ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gedämpfte Stimmung wegen Kriegssorgen
Die Sorgen wegen des Iran-Kriegs
haben am Montag weiterhin das Interesse der Anleger an europäischen
Aktien gedämpft. Der EuroStoxx 50 verharrte in seiner
Spanne von 6.200 und 6.300 Punkten, in der sich der
Eurozonen-Leitindex schon fast zwei Wochen bewegt. Am oberen Ende
dieses Bereichs bleibt die 21-Tage-Linie für ihn eine Hürde. Aus dem
Handel ging er 0,06 Prozent niedriger bei 6.227,40 Zählern.
Die USA haben die neunte Nacht in Folge Ziele im Iran bombardiert
und Teheran setzte seine Vergeltungsangriffe fort. Die Ölpreise
reagierten im Tagesverlauf mit deutlichen Schwankungen, denn
erstmals seit Tagen gab es auch wieder Anzeichen für eine mögliche
diplomatische Annäherung. Derweil hat die mit dem Iran verbündete
Huthi-Miliz im Jemen erneut mit Angriffen in der Region gedroht und
eine "Blockade" für Schiffe aus Saudi-Arabien angekündigt.
Außerhalb des Euroraums waren die Verluste an zwei bedeutenden
Länderbörsen deutlicher. Der schweizerische SMI gab
um 0,62 Prozent auf 14.254,36 Punkte nach, während der britische
FTSE 100 um 0,71 Prozent auf 10.524,76 Zähler sank.
Im Vereinigten Königreich stand die Ernennung von Andy Burnham zum
neuen Premierminister nachrichtlich im Mittelpunkt.
Auf Sektorenebene gab es in der Ölbranche vor dem
Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Nahost die größten Gewinne.
Mit knapp positiven Vorzeichen konnten noch europäische
Technologiewerte aufwarten, womit sie einer Erholung bei
US-Chipwerten folgten. Im Bankensektor half ein
Anstieg um 1,3 Prozent bei BNP Paribas . Die Analysten
von Jefferies sind optimistisch mit Blick auf die Zahlen der
Franzosen für das zweite Quartal.
Schwach waren Reise- und Freizeitwerte , bei denen
sich die Ölpreis-Schwankungen negativ bemerkbar machten. Das teure
Kerosin zu spüren bekommt bereits der irische Billigflieger Ryanair
, dessen Quartalsgewinn deutlich hinter den
Erwartungen zurückblieb. Dies brachte den Aktienkurs
spürbar unter Druck.
Der Flugbranche angeschlossen gehörten die Airbus
-Aktien mit minus 1,3 Prozent zu den größeren
EuroStoxx-Verlierern. In Farnborough bei London begann die jährliche
Luftfahrtmesse, auf der gerne neue Aufträge vermeldet werden.
British Airways geht davon aus, dass Probleme in der Lieferkette der
Flugzeugindustrie noch fünf Jahre lang anhalten werden./tih/he