Wadephul startet nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika
Außenminister Johann Wadephul verstärkt angesichts der protektionistischen US-Politik und einem aggressiven Kurs Chinas sein Werben um Partner auf dem afrikanischen Kontinent. "Gerade in Zeiten globaler geopolitischer Verwerfungen ist eine verlässliche Zusammenarbeit mit unseren afrikanischen Partnern wichtig", erklärte der CDU-Politiker vor Besuchen in Mauretanien, Nigeria und Südafrika. Es ist die dritte Afrikareise Wadephuls in diesem Jahr. Im Januar war er in Kenia und Äthiopien, Ende April in Marokko.
Europa und Afrika seien politisch, wirtschaftlich und in Sicherheitsfragen eng verbunden, man stehe vor ähnlichen Herausforderungen, betonte der Bundesaußenminister. Alle profitierten von fairen Handelspartnerschaften und frei befahrbaren Seewegen. Man benötige eine zuverlässige Versorgung mit kritischen Rohstoffen, wolle die Chancen geordneter Migration nutzen und die Lebensgrundlagen gegen Klimawandel schützen. Um die Freiheit der Menschen zu sichern, müssten Extremismus und Terrorismus bekämpft werden.
Wadephul: Bereit zur stärkeren Unterstützung Mauretaniens
Mauretanien, sein erstes Reiseziel, lobte Wadephul als stabilen Staat und verlässlichen Partner in einer hochgradig fragilen Region. Die Dauerkrise im Sahel stelle das Land vor immense humanitäre und Sicherheits-Herausforderungen. Deutschland sei bereit, hier noch stärker zu unterstützen. Das westafrikanische Fünf-Millionen-Einwohnerland hat mindestens 320.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland Mali aufgenommen.
In der Hauptstadt Nouakchott will Wadephul mit Präsident Mohamed Ghazouani und Außenminister Mohamed Merzoug zu Beratungen zusammenkommen. Beim Besuch des UN-Büros für Verbrechensbekämpfung geht es vor dem Hintergrund der Gewalt islamistischer Terrorgruppen in der Sahelregion um Extremismusprävention und Deradikalisierung. Als letzter Außenminister vor Wadephul hatte der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Land im November 2006 besucht. 2023 war die damalige Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) in Mauretanien./bk/DP/zb
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