Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert in schwachem Umfeld 1,6 Prozent / Tiefrote Tech-Vorgaben, AT&S rasseln hinab - Frequentis höher nach angehobenem Ausblick
Am Wiener Aktienmarkt hat sich die leichte Kursschwäche der Vortage vor dem Wochenende noch einmal verschärft. Weitere Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und eine Fortsetzung der Angriffe im Nahen Osten minderten vor dem Wochenende allgemein die Risikofreude am Markt. Beim ATX, der aufgrund seiner zyklischen Zusammensetzung Marktschwankungen üblicherweise verstärkt nachvollzieht, fielen die Verluste damit noch einmal deutlicher aus als im europäischen Umfeld.
Somit gab der österreichische Leitindex am Freitag bis gegen Mittag um 1,63 Prozent auf 6.354,30 Punkte nach. Damit fiel er weiter von der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend ab und droht auf den tiefsten Stand seit Ende Juni zu fallen. Auf Wochensicht deutet sich ein Verlust von zwei Prozent an. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 1,54 Prozent auf 3.131,56 Zähler hinab.
Sehr schwache Vorgaben lieferten die asiatischen Börsen. Vor allem in Tokio sowie zuvor schon an der US-Technologie-Börse Nasdaq standen einmal mehr besonders Aktien mit KI-Bezug unter Druck. Nach deren Rally bis in den Juni hinein machen viele Anleger weiter Kasse.
Im Nahen Osten führten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort, aber ohne größere Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Marktteilnehmer hätten sich jedoch bereits an das Szenario eines gescheiterten Friedensabkommens gewöhnt, schrieben die Marktbeobachter der Helaba.
Mit Blick auf Unternehmensnachrichten hob Frequentis seinen Umsatzausblick an, was den Titeln ein Plus von 4,3 Prozent bescherte. Den Margenausblick hielt der Technologiekonzern aufrecht. Die Analysten der Erste Group bewerteten die Neuigkeit als positiv und verwiesen auf die typischerweise konservative Guidance des Unternehmens.
Schwächster ATX-Wert waren AT&S, bei denen sich die allgemeine Tech-Schwäche mit einem Abschlag von rund achteinhalb Prozent widerspiegelte. Verluste in geringerem Ausmaß gab es in der Breite in zyklischen Aktien aus den Bereichen Banken, Bau und Industrie. Etwas höher tendierten tendenziell Öl- und Versorgeraktien.
spa/rst
ISIN AT0000999982