AKTIE IM FOKUS 3: Delivery Hero bleiben deutlich unter Uber-Offerte
(neu: Schlusskurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte
von Uber
Uber setzt bei seiner Offerte eine Mindestannahmeschwelle von 50
Prozent plus einer Aktie von Delivery Hero voraus. Bisher liegt der
Anteil der Amerikaner bei knapp 25 Prozent. Hinzu kommen
Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Zudem habe Delivery Heros
Großaktionär Prosus
Delivery Hero sei in der Branche "eines der beliebtesten Menüs auf der Speisekarte", kommentierte Analystin Nizla Naizer von Deutsche Bank Research, die sich noch auf die vorangegangenen Medienberichte bezog. Sie verwies auf den fast 70-prozentigen Anstieg der Aktien seit Jahresbeginn und verdoppelte ihr Kursziel auf 40 Euro. Allerdings erscheine die Bewertung auf dem Niveau der schneller wachsenden und profitableren US-Konkurrenz schon angemessen, begründete sie die weiter gültige "Hold"-Empfehlung.
Das Analysehaus Jefferies bekräftigte seine Kaufempfehlung. Mit einem unveränderten Kursziel von 42 Euro räumt dessen Experte Giles Thorne den Aktien ein minimales Potenzial über die Uber-Offerte hinaus ein. Mit der Einbeziehung des US-Finanzinvestors SSW Partners, der im Falle einer erfolgreichen Übernahme die Geschäfte von Delivery Hero in 14 Ländern übernehmen will, könnten Delivery Hero und Uber laut Thorne kartellrechtlichen Bedenken zwar zuvorkommen. Der geplante Zeitrahmen für den Abschluss der Transaktion bis zum zweiten Halbjahr 2027 zeige aber, dass es sich nicht um eine unkomplizierte Prüfung handeln dürfte.
Thorne sieht insgesamt auch kaum Spielraum für die Aktionäre, einen
höheren Übernahmepreis durchzusetzen. Die Chance, dass noch ein
Gegenbieter auftaucht, hält der Experte ebenfalls für gering. So
scheide die Beteiligungsgesellschaft Prosus als Konkurrent aus. Denn
sie sei - entgegen seiner Erwartung - nicht von der geplanten
Übernahme von Just Eat Takeaway
Sowohl MWB Research als auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hoben ihre Kursziele für Delivery Hero an - von 33 Euro, was der Uber-Offerte aus dem Mai entspricht, auf die nunmehr gebotenen 41,50 Euro. Er habe den Aktionären damals von einer Annahme abgeraten, betonte LBBW-Analyst Thomas Hofmann. Die aktuelle Offerte halte er hingegen "im sehr wettbewerbsintensiven Umfeld, bei dem Skaleneffekte ausschlaggebend für den Erfolg sind", für angemessen. Auch MWB-Experte Alexander Ziencowicz rät den Aktionären nun zur Annahme./gl/niw/he
ISIN DE000A2E4K43 US90353T1007 NL0013654783
AXC0250 2026-07-16/18:20
Relevante Links: Delivery Hero SE, Prosus NV, Uber Technologies Inc., Just Eat Takeaway.com N.V.