Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weitet Minus auf 0,77 Prozent aus / Schwaches europäisches Börsenumfeld - Zahlenvorlagen von Bajaj Mobily und Zumtobel - AT&S-Aktie deutlich tiefer nach bisherigem Höhenflug im Jahr 2026
Die Wiener Börse hat am Donnerstag im Verlauf seine Abschläge klar ausgeweitet. Der ATX gab am Nachmittag um 0,77 Prozent auf 6.421,80 Punkte ab. Auch die europäischen Leitbörsen tauchten tiefer in den Minusbereich ein. Zudem wird an der Wall Street ein verhaltener Handelsstart indiziert.
Nachrichten aus dem Nahen Osten sind aktuell der Haupttreiber an den internationalen Finanzmärkten, schreiben die Helaba-Analysten in ihrem Tagesausblick. So gibt es die berechtigte Sorge, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Lösung des Konflikts endgültig scheitern. Die Ölpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, was auch mit der erneuten US-Blockade iranischer Häfen zu erklären ist, hieß es weiter von den Experten.
Am heimischen Aktienmarkt rückten auf Unternehmensebene Bajaj Mobility und Zumtobel mit Zahlenvorlagen in den Fokus. Die Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility, hat ihren Umsatz weiter gesteigert. Im zweiten Quartal lag der Umsatz des Motorradherstellers bei 370 Mio. Euro nach 330 Mio. im ersten Quartal und 231 Mio. in der entsprechenden Vorjahresperiode, wie die KTM-Mutter mitteilte. Im gesamten ersten Halbjahr lag der Umsatz der Motorradsparte bei 700 Mio. und damit in etwa doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2025 (373 Mio). Die Bajaj-Titel reagierten auf die Zahlenvorlage mit plus 4,3 Prozent.
Der Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel hat im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025/26 zwar einen moderaten Umsatzrückgang, aber einen massiven Ergebniseinbruch verzeichnet. Unterm Strich belief sich der Nettogewinn auf 1 Mio. Euro, nach 15,5 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Daher wird der Vorstand den Aktionären vorschlagen, auf die Dividende zu verzichten. Die präsentierten Zumtobel-Jahresergebnisse entsprachen laut Erste Group-Analysten den vorläufigen Zahlen und die Experten bewerteten die Vorlage als weitgehend kursneutral. Die Aktie des Leuchtenherstellers gab marktkonforme 0,8 Prozent nach.
Die Verbund-Aktie legte nach den deutlichen Vortagesabschlägen 0,5 Prozent auf 58,20 Euro zu. Die Analysten von Deutsche Bank Research haben ihre Empfehlung "Sell" für die Aktien des heimischen Energieversorgers bestätigt. Das Kursziel von 55 Euro blieb ebenfalls unverändert.
Deutlich tiefer präsentierte sich im Technologiebereich die Aktie von AT&S mit einem Abschlag von fünf Prozent. Seit dem Jahresauftakt liegen die Papiere des Leiterplattenherstellers aber noch beachtliche mehr als 430 Prozent im Plus. Am Berichtstag standen die Papiere von Chipherstellern im Zuge von Gewinnmitnahmen international merklich unter Verkaufsdruck.
Die Titel der Raiffeisen Bank International (RBI) fielen um 1,6 Prozent. Die RBI hat die Mindestannahmequote von 55 Prozent bei der geplanten Übernahme von der Addiko Bank überschritten. Die Addiko-Titel tendierten unverändert.
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ISIN AT0000999982