Aktien Europa: Anleger weiter vorsichtig - Berichtssaison, Iran-Krieg im Fokus
Die europäischen Börsen haben am
Donnerstag wenig verändert tendiert. "Anleger befinden sich weiter
auf der Suche nach dem entscheidenden Kompass", stellte Timo Emden
von Emden Research fest. "Zwischen der Hoffnung auf Entspannung und
der Sorge vor einer weiteren militärischen Eskalation im Nahen Osten
liefern sich Optimisten und Pessimisten ein Tauziehen." Der Blick
richte sich angesichts der Berichtssaison zunehmend auf die Frage,
wie gut die Unternehmen mit den aktuellen Herausforderungen umgehen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank gegen
Mittag um 0,31 Prozent auf 6.245,97 Punkte. Außerhalb des Euroraums
gab der Schweizer SMI um 0,86 Prozent auf 14.183,75
Punkte nach, während der britische FTSE 100 um 0,38
Prozent auf 10.476,12 Zähler nachgab.
Die Einzelsektoren neigten überwiegend zur Schwäche, wobei die
Veränderungen zumeist überschaubar blieben. Stärker waren die
Reaktionen auf Unternehmensnachrichten.
Die Aktien von ABB sanken um 3,4 Prozent. Die am
Morgen vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal hatten zwar
insbesondere beim Auftragseingang die Erwartungen übertroffen.
Allerdings belastete die gleichzeitig angekündigte Übernahme der
britischen Rotork. Der Schweizer Industriekonzern bietet rund 5,5
Milliarden Dollar für den Automatisierungsspezailisten, was die
Experten der ZKB als "stolz" bezeichneten. Dies spiegelte sich auch
im Kurs von Rotork wider. Dieser schnellte um 66 Prozent nach oben.
ASML zogen um ein halbes Prozent an. Tags zuvor haten
die Papiere nach zunächst hohen Gewinnen im Minus geschlossen. So
ging zuletzt schon vielen gut gelaufenen KI-Aktien ein Stück weit
die Luft aus. Nun am Donnerstag halfen auch starke Geschäftszahlen
und höhere Investitionsziele des taiwanesischen Halbeiterkonzerns
TSMC kaum.
Verhaltener war die Reaktion der Aktien von Nordea
auf die Zahlen zum zweiten Quartal. Die Analysten von Barclays
hatten an diesen zwar nichts auszusetzen, fanden aber auch keine
großen Neuigkeiten. Die Aktie lag nach anfänglich stärkeren Abgaben
zuletzt minimal im Plus./mf/mis