Aktien Asien: Durchwachsene Entwicklung - Zinserhöhung in Südkorea
Die wichtigsten
Aktienmärkte in Fernost haben sich am Donnerstag uneinheitlich
entwickelt. Dabei gaben die technologielastigeren Börsen stärker
nach.
Sie reagierten damit auf die schwachen Vorgaben des
US-Halbleitersegments. Der volatile südkoreanische Leitindex Kospi
verlor nach den Vortagesgewinnen 6,4 Prozent, wobei die
Halbleiter-Schwergewichte schwächelten. Die südkoreanische Notenbank
hatte erstmals seit drei Jahren die Zinsen angehoben. Zudem habe sie
weitere Erhöhungen angedeutet, so die Marktstrategen der Deutschen
Bank. "Ein heiß laufender Immobilienmarkt sowie der seit Monaten
schwache Won lieferten der Notenbank weitere Argumente, die
Geldpolitik zu straffen", merkten die Experten der Landesbank
Baden-Württemberg an.
Auch japanische Aktien verzeichneten Verluste. Der Nikkei 225
sank um 2,8 Prozent auf 66.835,54
Punkte, nachdem er zuletzt durch relative Stärke aufgefallen war.
"Was wochenlang wie eine Einbahnstraße für Anleger ausgesehen hat,
ist zu einer Achterbahnfahrt der Kurse unter stark erhöhten
Schwankungen geworden", merkte Analyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank zu der Entwicklung der Technologiewerte an. "Anleger
hegen Zweifel, ob die Technologiekonzerne in der Berichtssaison die
durch steil gestiegene Kurse mittlerweile weitaus höher liegende
Messlatte noch einmal überspringen können."
Entsprechend vermochten auch die starken Zahlen des taiwanesischen
Chipherstellers TSMC den Halbleitersektor nicht mehr
zu treiben. Immerhin genügten sie, die taiwanesische Börse zu
stabilisieren. Das Unternehmen hatte im zweiten Quartal dank eines
starken Umsatzanstiegs und gestiegener Margen deutlich mehr
verdient. Der Überschuss legte um 77 Prozent auf knapp 707
Milliarden taiwanesische Dollar (19 Mrd Euro) zu. Damit übertraf
TSMC die Erwartungen der Experten.
Uneinheitlich tendierten unterdessen die chinesischen Börsen. Der
CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der
chinesischen Festlandsbörsen sank zuletzt um 1,8 Prozent, während
der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone
Hongkong 1,3 Prozent gewann.
Mit unveränderten Kursen präsentierte sich unterdessen der
australische Leitindex S&P ASX 200 stabil. Günstige
Signale gab es hier vom Anleihemarkt, nachdem die US-Erzeugerpreise
keine erhöhten inflationären Gefahren signalisiert hatten. Die
Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA hatten sich deswegen
verringert./mf/stk