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ROUNDUP: Wo Flüsse zu Rinnsalen werden: Neues System Niwis informiert

Bei Trockenheit können auch Bürger künftig online schauen, ob sie in ihrer Region womöglich bald Wasser sparen müssen. Ein neues Niedrigwasserinformationssystem namens Niwis trägt Wasserstände in Flüssen und Bächen, Grundwasser, Bodenfeuchte und andere Daten zusammen, an denen sich Kommunen zum Beispiel für Entnahmeverbote orientieren.

"Wenn Wasser knapp wird, ist ein transparentes und aktuelles Tool wie Niwis auch für die Öffentlichkeit wichtig, damit sich Menschen selbst direkt informieren können", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bei der Vorstellung des Informationssystems. "Einschränkungen können so besser nachvollzogen werden." Behörden hoffen so auf mehr Akzeptanz.

Zuletzt hatten nach Schneiders Worten etwa 80 Landkreise wegen Trockenheit die Wasserentnahme beschränkt. Auch Großstädte wie Dresden, Leipzig, Stuttgart oder München verhängten Verbote oder Auflagen zum Beispiel beim Rasensprengen oder beim Befüllen privater Schwimmbecken.

Druck durch Klimawandel

"Der Klimawandel setzt unsere Wasserressourcen immer stärker unter Druck", sagte Schneider. Deutschland habe in den vergangenen 25 Jahren 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren. Das sehe man an niedrigen Wasserständen in Flüssen und Seen und an niedrigen Grundwasserpegeln. "Wasser ist unsere wertvollste Ressource", sagte Schneider. Deshalb müsse man Wasserknappheit früher erkennen und besser vorsorgen.

Das über binnen zwei Jahren von Bund und Ländern entwickelte Niwis zeigt die Daten aus 380 Messstationen und 230 Grundwassermessstellen erstmals nach bundesweit einheitlichen Maßstäben, wie der Präsident der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Dirk Schwardmann, sagte. Farben zeigen an, wo regional die Wasserstände niedrig, sehr niedrig oder extrem niedrig sind. Mit dem Blick auf die Deutschlandkarte können so zum Beispiel auch Binnenschiffer sehen, wie sie durchkommen und wie viel sie laden können.

Milliardenkosten wegen Knappheit

"Die Folgekosten von Wasserknappheit sind erheblich", sagte Umweltminister Schneider. Eine aktuelle Studie gehe bis 2050 von 25 Milliarden Euro pro Jahr aus, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen würden. Eingerechnet seien befürchtete Ernteausfälle, steigende Wasserpreise und unterbrochene Lieferketten bei Niedrigwasser.

Neben Vorsorge sei es wichtig, Wasser wieder gezielt in Flächen zu halten, auch in Städten nach dem Prinzip der sogenannten Schwammstadt. "Also kurz gesagt: Mehr Grün, weniger Beton heißt mehr Speicherung."

Auch die Umweltbürgermeisterin von Würzburg, Sandra Vorlová, berichtete, in Unterfranken seien Dürre- und Hitzeperioden durch den Klimawandel noch extremer geworden. "Als Stadtverwaltung müssen wir unser Handeln also daran anpassen", sagte sie.

Niedrigwasser entwickelt sich oft über längere Zeit und hält dann Wochen oder Monate an. Ist zu wenig Wasser in Flüssen, behindert dies die Schifffahrt. Bisweilen fehlt Kühlwasser für Industrieanlagen, die Landwirtschaft hat Ernteausfälle. Regional kann auch die Trinkwasserversorgung unter Druck geraten, wie das Ministerium weiter erläuterte./vsr/DP/mis

AXC0150 2026-07-15/11:39

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