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Studie: Etwas mehr Chefinnen in städtischen Firmen

Der Frauenanteil in den Chefetagen von Unternehmen größerer Städte ist einer Studie zufolge weiter gestiegen - aber langsamer als in den Vorjahren. Der Anteil weiblicher Führungskräfte in kommunalen Firmen lag im April bei 23,4 Prozent, und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor, wie aus einer Auswertung der Zeppelin-Universität Friedrichshafen hervorgeht. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist der Wert um 3,9 Punkte gestiegen.

Der Dämpfer bei der Entwicklung resultiert Studienleiter Ulf Papenfuß zufolge aus den gesunkenen Neuberufungszahlen. Im Untersuchungszeitraum wurden demnach 293 Top-Posten in Stadtfirmen neu besetzt - 23,9 Prozent davon mit Frauen. Der Wert sei deutlich niedriger als im Vorjahr (minus 6,8 Punkte).

Angesichts der Vorbildfunktion öffentlicher Arbeitgeber sollte dieser Befund besonders diskutiert werden. Führungskräfteentwicklung und Regeln für die Besetzung der Chefposten - festgehalten in Richtlinien zur guten Führung von Unternehmen, sogenannten Public Corporate Governance Kodizes - könnten ihm zufolge dabei helfen, den Frauenanteil zu steigern. Kommunale Firmen können zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegeheime, Nahverkehrsbetriebe, Stadtwerke, Bibliotheken und Wohnungsbaugesellschaften sein.

Kommunale Unternehmen hinter Dax -Konzernen

Der Frauenanteil in städtischen Firmen liegt Papenfuß zufolge weiterhin deutlich unter dem politischen Ziel der Parität und den Werten der Dax-40-Konzerne . In der obersten Chefetage der Börsenschwergewichte waren der gemeinnützigen Allbright-Stiftung zufolge zuletzt 25,7 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt (Stichtag: 1. September 2025). Der Unterschied dürfte sich vor allem mit den gesetzlichen Vorgaben erklären lassen. Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern müssen bei Neubesetzungen in dem Gremium inzwischen darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Topetage sitzt.

Untersucht wurden bundesweit 1.481 kommunale Unternehmen in 69 Städten, in denen die öffentliche Hand die Mehrheit hat. Mit Frauen besetzt waren 512 der insgesamt 2.190 Posten in Vorstand, Geschäftsleitung oder -führung. In die Studie einbezogen wurden neben den Stadtstaaten und Landeshauptstädten je die vier - an der Bevölkerung gemessen - größten Städte jedes Bundeslands. Darüber hinaus wurden auch Unternehmen des Bundes und der Bundesländer untersucht. Diese kamen beim Frauenanteil besser weg (Bund: 33,5 Prozent; Flächenländer: 24,9 Prozent). Die Daten wurden im April erhoben.

Weimar an der Spitze des Rankings

Spitzenreiter war Weimar in Thüringen mit einem unveränderten Frauenanteil von 55,6 Prozent in den Topetagen kommunaler Firmen. Es folgen Greifswald mit 46,2 Prozent (Vorjahr: 53,8 Prozent), Hannover mit 44,4 Prozent (Vorjahr: 56,3 Prozent) und Wiesbaden mit 40,0 Prozent (unverändert). In Städten der ostdeutschen Flächenländer liege der Frauenanteil höher als im Westen.

Keine weiblichen Führungskräfte wurden in kommunalen Firmen in Ingolstadt, St. Ingbert, Trier, und Völklingen festgestellt. Gerade bei kleineren Städten sei aber einschränkend zu berücksichtigen, dass gemäß der Methodik der Studie nur vergleichsweise wenige Unternehmen hätten einbezogen werden können. Es gebe aber vergleichbare Städte mit höherem Frauenanteil, hieß es./jwe/DP/zb

AXC0007 2026-07-15/05:33

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