Aktien New York Ausblick: Erneut Techwerte samt SK Hynix unter Druck
Vor allem an der technologielastigen US-Börse
Nasdaq werden am Montag Verluste erwartet. Techwerte stehen
angesichts enormer Kursgewinne infolge der KI-Euphorie weiter unter
Abgabedruck. Hinzu kommt eine gewisse Verunsicherung durch wieder
steigende Ölpreise, nachdem der Konflikt zwischen den USA und dem
Iran um die Straße von Hormus weiter eskaliert.
Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den
Nasdaq 100 1,1 Prozent im Minus auf 29.485 Punkte.
Seit dem vergangenen Mittwoch hatte der Nasdaq-Auswahlindex zur
Erholung angesetzt und seine Verluste aus der vergangenen Woche
wettgemacht. Der Dow Jones Industrial wird am Montag
von IG um 0,2 Prozent tiefer bei 52.560 Punkten erwartet.
Insgesamt aber dürfte es zum Wochenstart noch relativ ruhig zugehen.
Erst am Dienstag wird es wohl spannender. Da eröffnen die ersten
US-Banken die Berichtssaison für das zweite Quartal, und mit den
Verbraucherpreisen werden wichtige Konjunkturdaten erwartet.
Außerdem findet eine Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh vor
dem US-Kongress statt.
Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners rechnet
entsprechend mit einer gewissen Vorsicht der Anleger. Nicht zuletzt
unmittelbar vor der Berichtssaison wolle sich wohl keiner falsch
positionieren, schrieb er.
Nach einem starken Börsendebüt von SK Hynix am
Freitag an der Nasdaq, ging es vorbörslich nun um knapp 10 Prozent
abwärts, was im Vergleich zum Ausgabepreis aber immer noch ein Plus
von 1,6 Prozent wäre. In Korea war es an diesem Morgen bereits steil
abwärts gegangen mit der Aktie des Chipriesen, die ein Symbol für
die KI-Begeisterung unter Privatanlegern geworden ist. Sie erlebte
mit minus 15 Prozent den kräftigsten Kurssturz in ihrer Geschichte.
In Taiwan meldete TSMC unterdessen nachbörslich einen
kräftigen und über den Erwartungen liegenden Umsatzanstieg, was
erleichtern dürfte. Das signalisiere, dass die Nachfrage nach
KI-Hardware weiter ungebrochen sei, hieß es dazu.
Unter den Aktien der "Magnificent Seven" könnten Meta
und Tesla einen Blick wert sein. Die Kosten für Metas
Rechenzentrum in Louisiana sollen weiter steigen, und zwar auf 50
Milliarden US-Dollar. Die Aktie gab vorbörslich um 0,8 Prozent nach.
Tesla verloren als Schlusslicht unter den sieben Techgiganten
vorbörslich 1,0 Prozent. Neuigkeiten gab es indes keine.
Ansonsten könnten Umstufungen bewegen. So stufte JPMorgan die Aktie
von American Express auf "Overweight" hoch und hob
das Kursziel auf 400 Dollar an. Angesichts des defensiven Charakters
der Erträge des Kreditkartenanbieters sei ein leichter
Bewertungsaufschlag im Vergleich zu Wettbewerbern gerechtfertigt,
schrieb Analyst Richard Shane. Der wohlhabende Kundenstamm von Amex
sei weitgehend vor den Auswirkungen der Nahostkrise und der damit
verbundenen Energieverknappung geschützt, da diese Verbraucher einen
deutlich geringeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für
Kraftstoffe aufwenden müssten. Die im Dow notierte Amex-Aktie stieg
vorbörslich um 1,3 Prozent.
Shopify gewannen vor dem Börsenstart 3,2 Prozent.
Hier äußerte sich Analyst Samad Samana von Jefferies optimistischer
und bewertet die Aktie des E-Commerce-Unternehmens nun mit "Buy".
Das Kursziel hob er von 140 auf 160 Dollar an. Shopify sei im
Bereich "Agentic Commerce" ein Gewinner und profitiere von neuem
Rückenwind, schrieb er. Zudem erwarte er angesichts von
Drittanbieter-Daten, dass Shopify mit seinem zweiten Quartal die
Markterwartungen übertreffen werde./ck/mis