Aktien Frankfurt: Dax trotzt dank 'Schnäppchenjägern' Entwicklung im Nahen Osten
Die Entwicklung im Nahost-Konflikt hat den Dax
am Montag kaltgelassen. Nach einem schwachen
Handelsstart berappelte sich der deutsche Leitindex und gewann um
die Mittagszeit 0,32 Prozent auf 25.148 Punkte. Damit schaffte er es
über die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie.
"Schnäppchenjäger haben den Dax zurück über die Marke von 25.000
Punkten gekauft", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei
CMC Markets. "Die Käufer blenden die potenziellen Folgen der
jüngsten Eskalation im Nahen Osten vorerst aus."
Der MDax , der die mittelgroßen deutschen
Börsenunternehmen enthält, stieg zuletzt um 0,35 Prozent auf 32.030
Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging
es um knapp 0,2 Prozent hoch.
Dagegen litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor
allem die stark gelaufenen technologielastigen Indizes wie der
südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225
unter heftigen Kursverlusten.
Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut
für mehrere Stunden, nachdem es das Land bereits am Wochenende
angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen,
Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien
zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den
internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu
erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der
USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder
aufflammten. Zuletzt erklärte das US-Militär seine Attacken
allerdings für beendet.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche
vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßten Infineon
1,5 Prozent ein und im MDax Elmos 1,4
Prozent. Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal
weiter.
Dagegen schaffte der Internetdienstleister Ionos ein
Kursplus von 5,1 Prozent. Die Aktien bestätigten das schon bekannte
Muster, dass Werte mit latenten KI-Verdrängungssorgen oft
tendenziell von einer Schwäche von Chipwerten und anderen KI-Boomern
profitieren. Hinzu kam eine "Buy"-Einstufung durch die Bank of
America. Ionos sei ein One-Shop-Stop der europäischen
Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen,
schrieben die Analysten.
Unter Druck standen auch Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche
: Der Reisekonzern Tui und die
Lufthansa belegten mit Kursabschlägen von 0,8 und 2,1
Prozent hintere Plätze.
Dagegen stemmte sich Fraport mit plus 2,5 Prozent
gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache
Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für
das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die
Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank
Exane BNP Paribas die Aktien hoch.
Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh
sackten im Nebenwerte-Index SDax auf ein Rekordtief
ab - zuletzt verloren sie 2 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler
Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce"
ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Prognosen bis 2028, aber
vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing der
Umsatz-Trendwende./gl/mis