Aktien Europa: Kaum verändert - Hochstufung treibt DocMorris-Aktie an
Der nach wie vor zugespitzte
Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Anleger an Europas
Börsen am Montag nicht sonderlich verunsichert. "Es ist die
Wiederholung des bekannten und bereits mehrfach durchlebten
Eskalationsszenarios", erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von
QC Partners die Gelassenheit an den Aktienmärkten. Allerdings ziehe
der Ölpreis wieder an, was neue Angst vor einer nächsten
Inflationswelle schüren könne.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich
gegen Mittag mit plus 0,1 Prozent auf 6.277 Punkte wenig verändert.
Außerhalb des Euroraums gewann der Schweizer SMI 0,06
Prozent auf 14.245 Punkte und der britische FTSE 100
stieg um 0,1 Prozent auf 10.502 Zähler.
Das US-Militär hatte in der Nacht auf Montag den Iran erneut für
mehrere Stunden angegriffen, nachdem bereits am Wochenende Angriffe
erfolgt waren. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen
und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um
dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr
durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war die
vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht
zum vergangenen Mittwoch wieder aufgeflammt waren. Zuletzt erklärte
das US-Militär seine Angriffe für beendet.
Schwächster Sektor war der Stoxx Europe 600 Technology
. Erneut standen vor allem die stark gelaufenen
Halbleiteraktien unter Druck. Infineon und ASML
sanken im EuroStoxx jeweils um etwas mehr als ein
Prozent und STMicro gaben in Paris um 0,9 Prozent
nach.
Angesichts steigender Ölpreise zählte der Öl- und Gassektor Stoxx
Europe 600 Oil& Gas dagegen zu den gefragtesten in
Europa. Eni und Totalenergies gehörten
im EuroStoxx mit jeweils etwas mehr als anderthalb Prozent Plus zu
den Favoriten. In London gewannen BP 2,0 Prozent und
Shell 0,7 Prozent.
DocMorris sprangen in Zürich nach einen positiven
Analystenkommentar um 11,3 Prozent hoch. Jan Koch von Deutsche Bank
Research verdoppelte das Kursziel der Aktie der
Versand-Apotheke und sprach nun eine Kaufempfehlung aus. Die
Ergebnisse des zweiten Quartals dürften positiv überraschen,
erwartet er. Koch sieht auch Potenzial für eine Anhebung der
Jahresprognosen. Das Risiko einer Kapitalmaßnahme sei zudem gesunken
und die Anleger richteten ihren Fokus zunehmend auf das
Gewinnwachstum und die Verbesserungen beim Barmittelzufluss. Zudem
werde das Potenzial des Online-Arzt-Service TeleClinic weiterhin
unterschätzt.
Für das Papier von Akzo Nobel ging es in Amsterdam um
2,0 Prozent hoch. Eine Übernahmeofferte für die Decorfarben-Sparte
trieb die Aktie des Farben- und Lackherstellers an. Der
Verwaltungsrat lehnte den Verkauf der Sparte für 7,5 Milliarden Euro
an Nippon Paint jedoch ab. Analyst James Hooper von Bernstein hält
einen Verkauf angesichts der laufenden Fusion mit dem
US-Autolackhersteller Axalta zwar für strategisch sinnvoll, da es
mit Axalta vor allem in den Bereichen Beschichtungen und
Konzernfunktionen Synergien für Akzo gebe. Der gebotene Preis sei
jedoch zu gering, konstatierte er./ck/stk