ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax unbeeindruckt von Nahost-Eskalation
Der weiter eskalierende Nahost-Konflikt hat
den Dax am Montag weitgehend kaltgelassen. Eine
Dreiviertelstunde nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex um
0,08 Prozent auf 25.046 Punkte. Damit notierte er nur knapp unter
der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie. Dagegen
litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor allem
die stark gelaufenen technologielastigen Indizes wie der
südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225
unter heftigen Kursverlusten.
Der MDax , der die mittelgroßen deutschen
Börsenunternehmen enthält, sank am Montagvormittag um 0,36 Prozent
auf 31.805 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es um knapp 0,3 Prozent nach unten.
Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut
für mehrere Stunden, nachdem es das Land bereits am Wochenende
angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen,
Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien
zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den
internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu
erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der
USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder
aufflammten. Zuletzt erklärte das US-Militär seine Attacken für
beendet.
"Die Ölpreise steigen und die Aktienkurse fallen, nachdem die
Anleger einmal mehr über die Verwerfungslinie der Straße von Hormus
gestolpert sind", kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes. "Der
Iran sagt, sie ist geschlossen. Die USA sagen, der Schiffsverkehr
fließt. Beide Aussagen sind technisch vertretbar. Ein labiles
Gleichgewicht, das für Unbehagen sorgt."
Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche
vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßten Infineon
2,4 Prozent ein und im MDax Elmos und
Aixtron 1,8 beziehungsweise 1,5 Prozent. Die Aktien
des Baukonzerns Hochtief verloren 1,9 Prozent. Sie
gelten ebenfalls als Profiteur des Mega-Themas Künstliche
Intelligenz (KI). Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst
einmal weiter.
Unter Druck standen auch Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche
: Der Reisekonzern Tui und die
Lufthansa belegten mit Kursabschlägen von 1,8 und 2,4
Prozent hintere Plätze.
Dagegen stemmte sich Fraport mit plus 0,9 Prozent
gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache
Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für
das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die
Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank
Exane BNP Paribas die Aktien hoch.
Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh
sackten als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax auf
ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie noch 0,5 Prozent. Analyst
Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die
Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten
Prognosen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren
Vertrauen in das Timing der Umsatz-Trendwende./gl/mis