Aktien Asien: Schwach - SK-Hynix-Verluste sorgen für erneuten Kospi-Einbruch
Die wichtigsten
Aktienmärkte in Fernost haben am Montag erneut teils kräftig
nachgegeben. Die leichte Erholung vor dem Wochenende erwies sich
somit nur als Strohfeuer.
Marktbeobachter nannten als wesentlichen Grund Gewinnmitnahmen
angesichts der unter dem Strich nach wie vor satten Kursanstiege bei
Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI). Mit Blick auf die
Talfahrt der SK-Hynix-Aktien, die am Freitag in den USA ein starkes
Börsendebüt hatten, sprachen sie von Umschichtungen hin zu den nun
an der Nasdaq gehandelten American Depositary Receipts (ADRs).
Dadurch sei der koreanische Leitindex Kospi erneut stark
unter Druck geraten. Schwach tendierten außerdem die Börsen in Japan
und auf dem chinesischen Festland.
Nachdem der Kospi am Freitag mit plus 2,5 Prozent einen
Erholungsversuch von seinen herben Verlusten in der vergangenen
Woche gestartet hatte, sackte er an diesem Montag mit einem Minus
von knapp 9 Prozent auf 6.806,93 Punkte erneut ab.
Dabei hatte sich der mit Spannung erwartete Börsenstart (IPO) des
Chipriesen SK Hynix in den USA sehen lassen können.
Mit eingenommenen 26,5 Milliarden US-Dollar war es der bislang
größte IPO eines ausländischen Unternehmens dort. Die stark
überzeichneten Papiere des koreanischen Börsenschwergewichts, der
als Lieferant von Hochleistungsspeichern für Nvidias KI-Prozessoren
eine Schlüsselrolle spielt, kletterten an der Nasdaq um bis zu 20
Prozent über ihren Ausgabepreis von 149 Dollar. Mit einem Aufschlag
von 13 Prozent auf den Emissionspreis waren sie dort am Freitag
schließlich aus dem Handel gegangen, während sie in Südkorea
letztlich um etwas mehr als 15 Prozent absackten und zum Einbruch
des Kospi samt Handelsunterbrechungen beitrugen.
Der Wert der SK-Hynix-Aktie in Korea hat sich allerdings seit Ende
2022 mehr als verfünfundzwanzigfacht, - nicht zuletzt, da der
KI-Boom die Preise für Speicherchips in die Höhe getrieben und zu
Rekordgewinnen geführt hatte.
Ob Unternehmen mit KI-Bezug die extrem hohen Erwartungen der Anleger
erfüllen können, spielte an diesem Morgen auch eine wichtige Rolle
in Taiwan. Dort richteten sich die Blicke auf TSMC ,
denn der Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte rückte nachbörslich
mit Umsatzzahlen für das zweite Quartal in den Fokus. Dass die
Erlöse um 36 Prozent gestiegen waren und die Prognosen damit zudem
übertroffen wurden, dürfte für Erleichterung sorgen. Das
signalisiere Anlegern vor dem Start in die Berichtssaison, dass die
Nachfrage nach KI-Chips stark bleibe, hieß es. Aus dem Handel
gegangen war das Papier im kaum veränderten Taiex mit plus einem
Prozent.
In Japan verlor der Nikkei 225 1,9
Prozent auf 67.242,7 Punkte. Der CSI-300-Index mit
den wichtigsten Werten an den chinesischen Festlandsbörsen gab
zuletzt um 1,6 Prozent auf 4.705 Punkte nach.
Dagegen hielt sich der technologielastige Hang-Seng-Index
aus der Sonderverwaltungszone Hongkong mit plus 0,1
Prozent auf 24.208 Punkte recht stabil. Kaum verändert schloss zudem
die Börse in Australien. Dort legte der Leitindex S&P ASX 200
um 0,03 Prozent auf 8.808,50 Punkte zu./ck/mis