Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten / Konflikt USA versus Iran eskaliert wieder - IWF für 2027 zuversichtlich
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Mittwochnachmittag mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 9 Basispunkte auf 3,34 Prozent gestiegen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 27 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,36 Prozent auf 125,27 Punkte.
Mehr Aufmerksamkeit der Märkte zieht wieder der Konflikt zwischen und den USA auf sich. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran heute mit einem massiven Militärschlag und der Besetzung der strategisch wichtigen Insel Kharg. "Es könnte ein großer Angriff werden", sagte Trump am Mittwoch. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf wiederum warf den USA vor, das Abkommen gebrochen zu haben. Er verwies auf die Militärschläge, neue Ölsanktionen und israelische Angriffe auf den Libanon. Die Ölpreise weiteten im Sog der neuen Eskalation ihre Gewinne aus.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeichnet trotz mannigfachen Krisenszenarien für die Entwicklung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr ein optimistischeres Bild als zuletzt, für heuer aber ein etwas schwächeres. Deutschland, der wichtigste Handelspartner Österreichs, werde sich bis einschließlich 2027 schwächer entwickeln als noch im April prognostiziert, zeigt eine Mitteilung der Organisation mit Sitz in Washington vom Mittwoch. Auch die Eurozone dürfte sich schwächer entwickeln als bisher gedacht. Weltweit dürfte das Wachstum heuer laut IWF-Schätzungen nun mit 3,0 Prozent 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen als im April avisiert. Für 2027 rechnen die Ökonomen dann aber mit einem stärkeren Plus: Mit 3,4 Prozent liegt die Prognose nun 0,2 Prozentpunkte höher als bisher.
Österreichs Außenhandel wiederum ist im April um rund 6 Prozent gestiegen, wie die Statistik Austria am Mittwoch mitteilte. Bei den Exporten gab es ein Plus von 6,1 Prozent auf 17,08 Mrd. Euro. Die Importe hingegen stiegen um 5,8 Prozent auf 17,51 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich für diesen Monat ein Handelsbilanzdefizit von 430 Mio. Euro. Aus EU-Staaten wurden Waren im Wert von 11,38 Mrd. Euro importiert, die Exporte in andere EU-Länder summierten sich hingegen auf 11,50 Mrd. Euro. Während die Handelsbilanz mit anderen EU-Staaten also positiv ausfiel, ergab sich beim Handel mit Drittstaaten ein Defizit von 560 Mio. Euro. Vor allem Importe aus China sowie Exporte nach Deutschland waren wesentlich für den Anstieg des Außenhandels verantwortlich.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,74 2,65 0,09 7 5 Jahre 2,94 2,84 0,10 15 10 Jahre 3,34 3,25 0,09 27 30 Jahre 3,93 3,86 0,07 30
moe/mik