Bundesregierung: Vorgehen der Unicredit ist inakzeptabel
Die Bundesregierung stellt sich gegen eine
mögliche Übernahme der Commerzbank durch die
italienische Unicredit . "Das aggressive und
feindliche Vorgehen der Unicredit bleibt aus Sicht der
Bundesregierung inakzeptabel", sagte ein Sprecher des
Finanzministeriums in Berlin. Die Bundesregierung werde weiter im
Sinne der Beschäftigten der Commerzbank, des deutschen Mittelstands
und des Finanzstandorts Frankfurt handeln.
Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuergeld
gerettet hatte, hält noch zwölf Prozent an dem Dax
-Konzern und ist damit zweitgrößter Aktionär. "Der
zuständige interministerielle Lenkungsausschuss der Bundesregierung
hat das Angebot der Unicredit abgelehnt und die Anteile des Bundes
an der Commerzbank nicht verkauft", hieß es. "Die Bundesregierung
sieht auch keinen Anlass, diese Position zu verändern." Es bleibe
zudem Aufgabe der deutschen Finanzaufsicht Bafin und der
Europäischen Zentralbank (EZB), weitere Schritte zu prüfen, so der
Sprecher.
Die Unicredit hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie sich mit ihrem
Übernahmeangebot mehr als 44 Prozent an der Commerzbank gesichert
hat. Die Offerte wurde demnach bis Ablauf für 17,6 Prozent der
Commerzbank-Papiere angenommen. Zuvor hatten die Italiener schon ein
Paket von 26,77 Prozent. Zusammen mit Kaufoptionen käme die
Unicredit auf einen Anteil von 47,59 Prozent. Die Commerzbank äußert
Zweifel an den Angaben und betont, dass nur wenige unabhängige
Aktionäre das Unicredit-Angebot angenommen hätten./als/ben/DP/jha