Nach dem Rückschlag auf Rekordniveau des Dax
bleibt der deutsche Leitindex zur Wochenmitte
zunächst etwas unter Druck. Der X-Dax signalisierte
knapp eine Stunde vor Handelsbeginn ein Minus von 0,4 Prozent auf
25.371 Punkte.
Am Montag hatte der Dax mit einem Test der 25.900-Punkte-Marke
seinen dreitägigen Rekordlauf gekrönt und dann unter Gewinnmitnahmen
- insbesondere im KI-Bereich - gelitten. Und die sind noch nicht
abgehakt, denn erneut sackte der südkoreanische Kospi
, zuletzt Sinnbild der KI-Rally, kräftig ab. Zuletzt
knapp 6 Prozent und erreichte den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der
US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder
aufgenommen und am Ende nur mit Mühe die 50-Tage-Linie, die den
mittelfristigen Trend signalisiert, verteidigt.
Erneut rückt auch der Iran-Krieg und wieder steigende Ölpreise in
den Fokus. Nach jüngsten Attacken des Iran auf mehrere Tanker in der
Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen.
Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft
gesetzt. Der Iran kritisierte dies als "schwerwiegenden Verstoß"
gegen das Rahmenabkommen.
Unter den Einzelwerten könnte die Talanx -Aktie einen
Blick wert sein, die auf Tradegate vorbörslich im Vergleich zum
Xetra-Schluss um 3,1 Prozent nachgab. Eine Aktienplatzierung durch
den Anteilseigner Meiji Yasuda Life belastete. Dieser hatte seine
4,3 Millionen Aktien für 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem
Schlusskurs von 115,80 Euro angeboten, wie die Nachrichtenagentur
Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend
berichtet hatte. Laut einem Händler betrug der Platzierungspreis am
Ende 110,70 Euro je Aktie.
Dass Airbus und der Triebwerkshersteller MTU
gemeinsam ein abgasfreies Brennstoffzellen-Triebwerk
für Flugzeuge entwickeln und vermarkten wollen, sollte nicht
sonderlich bewegen. Die Nachricht ist nicht neu, denn 2025 hatten
die beiden Konzerne eine Absichtserklärung dazu unterzeichnet.
Aufmerksamkeit könnten unterdessen noch die Aktien von Grenke
, Daimler Truck oder Lufthansa auf sich
ziehen. So hat die Ratingagentur S&P den Ausblick für den
Leasingspezialisten Grenke von "stable" auf "negative" gesenkt. Die
Kreditwürdigkeit wurde zugleich mit "BBB" bestätigt. Während sich
Grenke auf Tradegate kaum verändert zeigten, legten Daimler Truck
dort moderat zu und Lufthansa gaben moderat nach. Hier dürften
Analystenurteilen bewegen.
Erwann Dargorne von der britischen Investmentbank Barclays hob das
Kursziel für den Lkw-Bauer Daimler Truck auf 55 Euro
an und stufte das Papier auf "Overweight" hoch. Die Lage in der
Lkw-Branche bessere sich. Absatzvolumina, Gewinne und auch der
Cashflow sollte im Laufe der Jahre 2027 und 2028 wieder deutlich
anziehen, erwartet er. Was Daimler Truck betrifft, betont er die
starke Stellung in Nordamerika, aber auch die Turnaround-Story in
Europa und sieht immenses Nachholpotenzial für die Bewertung der
Aktie. Für den Anteilsschein der Lufthansa indes die
Citigroup-Analyst Conor Dwyer nun negativ gestimmt, denn er stufte
auf "Sell" ab./ck/mis