ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Börsen setzen Rekordlauf ohne US-Impulse fort
Der Rekordlauf an Europas
Aktienmärkten vom Vortag hat sich am Freitag fortgesetzt. Erneut
erreichten der EuroStoxx 50 , der spanische Ibex 35
und der schweizerische SMI Bestmarken. Die
Handelsumsätze waren allerdings recht dünn. Zum einen ist Ferienzeit
und zum anderen blieben die US-Börsen geschlossen. In den USA wird
der Nationalfeiertag "Independence Day" zum 250. Mal gefeiert,
weshalb auch die US-Arbeitsmarktdaten bereits am Donnerstag
veröffentlicht wurden.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag 0,82 Prozent
höher auf 6.412,68 Punkte und verbuchte im Wochenverlauf ein Plus
von 3,1 Prozent. Der Ibex nähert sich zudem
inzwischen zunehmend der Marke von 20.000 Zählern. Außerhalb des
Euroraums stieg der SMI um 0,50 Prozent auf 14.424,24
Punkte. Der britische FTSE 100 gewann 0,25 Prozent
auf 10.679,03 Punkte.
Unter den einzelnen Branchen hatte dieses Mal die Versorger die Nase
vorn. Angetrieben wurde der Stoxx Europe 600 Utilities
, der zurück ist auf dem höchsten Niveau seit April,
von nachlassenden Sorgen über US-Zinserhöhungen infolge eines extrem
schwachen Beschäftigungsaufbaus im Juni. Die Aktien von Iberdrola
, Enel und Engie
gewannen zwischen 1,3 und 2,1 Prozent.
Das Geschäft der Energieversorger ist sehr kapitalintensiv. Bei
steigenden Zinsen verteuern sich Fremdfinanzierungen. Zudem weisen
Versorgeraktien eine relativ hohe Dividendenrendite auf - ein
Kaufargument, das bei steigenden Marktzinsen weniger zieht.
Obendrein sieht das Reformpaket der Bundesregierung vom Donnerstag
eine Nachschärfung bei der Umstellung auf intelligente Stromzähler
in Deutschland vor - und damit einer wichtigen Voraussetzung für den
Erfolg der Energiewende.
Auch im Juni gebeutelte Autowerte waren gefragt. Laut dem
Marktanalysten Jochen Stanzl von der Consorsbank wird derzeit bei
Aktien zugegriffen, die zuletzt "nicht gut gelaufen" waren. Eine
Ausnahme war das Stellantis-Papier , dessen Kurs um
3,5 Prozent absackte. Auslöser war ein negativer Analystenkommentar
der britischen Bank HSBC, in dem die Aktie des Autobauers auf
"Reduce" abgestuft wurde.
Halbleiterwerte erholten sich von ihrem Rücksetzer am Vortag. So
profitierte das ASML-Papier an der EuroStoxx-Spitze
mit plus 3,6 Prozent von guten Vorgaben aus Fernost. Dort hatte das
Branchen-Schwergewicht Samsung deutlich zugelegt. Die
Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf einen Bericht,
wonach sich das KI-Unternehmen Anthropic in Gesprächen mit dem
koreanischen Konzern über die Produktion eines maßgeschneiderten
Halbleiters befindet.
In der Schweiz legten an der SMI-Spitze ABB um 2,9
Prozent zu. Analyst Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC hatte
das Kursziel für die Aktie angehoben und damit für Rückenwind
gesorgt. Seit Jahresbeginn ist der ABB-Kurs um mittlerweile fast 50
Prozent gestiegen. Das Rekordhoch von etwas über 89 Franken aus dem
Monat Juni ist wieder zum Greifen nah./ck/stw