Deutschland und Argentinien mit mehr Rohstoffkooperation
Deutschland und Argentinien wollen im Bergbau- und Rohstoffbereich enger als bisher zusammenarbeiten. "Je mehr Handelskonflikte und Krisen unsere Lieferketten empfindlich treffen, umso mehr müssen wir uns wirtschaftlich breiter und widerstandsfähiger aufstellen", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung mit seinem argentinischen Kollegen Pablo Quirno in der Hauptstadt Buenos Aires.
Deutschland will mit dem Abkommen seine starke Abhängigkeit von China bei den für Zukunftstechnologien wichtigen sogenannten Seltenen Erden und kritischen Mineralien verringern.
Deutschland brauche Chips für Mobiltelefone, Lithium für E-Batterien und Metalle für die Industrie, sagte Wadephul. "Dabei können und wollen wir es uns nicht leisten, wenn Zollandrohungen aus dem Ruder zu laufen drohen und wenn kritische Abhängigkeiten, etwa von Rohstoffexporten, als politisches Druckmittel genutzt werden", sagte er. Die unkalkulierbare Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump oder die deutschen Abhängigkeiten von China sprach Wadephul nicht ausdrücklich an.
Quirno hebt "strategische Komplementierung" hervor
Partner wie Argentinien seien bei den kritischen Rohstoffen "im wahrsten Sinne des Wortes ein Schatz", sagte der Minister. Deutschland habe die Spitzentechnologie, um die Rohstoffe zu verarbeiten und wolle vor Ort Kapazitäten zur Weiterverarbeitung schaffen. Dies sei ein Gewinn für beide Seiten. Man lege zudem Wert darauf, dass bei Investitionen deutscher Unternehmen Umwelt- und Sozialstandards eingehalten würden.
Quirno hob die "strategische Komplementierung" zwischen beiden Ländern hervor. "Wir kennen Deutschlands technologische Stärke. Argentinien hat die natürlichen Ressourcen", sagte er. Dem argentinischen Chefdiplomaten war es wichtig zu unterstreichen, dass beide Länder nicht nur wirtschaftlich voneinander profitieren könnten, sondern auch durch gemeinsame politische Werte verbunden seien: "Dies betrifft vor allem die Verteidigung des Privatbesitzes, der Freiheit und des Lebens. Wir sind uns zudem einig in der Verurteilung der russischen Invasion in die Ukraine."/bk/DP/stw
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