ROUNDUP/Aktien New York: Vorsicht kehrt zurück - Zinspolitik zunehmend im Blick
Nach zwei Handelstagen an den US-Börsen mit
teils kräftigen Gewinnen sind die Anleger am Mittwoch wieder
vorsichtiger geworden. Die Arbeitsmarktdaten des privaten
Dienstleisters ADP sowie die Daten zur Unternehmensstimmung im
Verarbeitenden Gewerbe (ISM) blieben zwar etwas hinter den
Schätzungen zurück, doch ein sonderlicher Dämpfer für die
Zinserhöhungserwartungen am Markt seien sie damit nicht, hieß es
seitens der Helaba.
Der Nasdaq 100 , der sich seit Wochenbeginn mit plus 4
Prozent weitgehend von seinem jüngsten Rücksetzer erholt hatte, gab
im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 29.950 Punkte ab. Der
marktbreite S&P 500 , der, was das abgeschlossene
zweite Quartal betrifft, auf das stärkste seit sechs Jahren
zurückblicken kann, zeigte sich prozentual unverändert bei 7.499
Zählern. Der Dow Jones Industrial pendelte zwischen
moderaten Gewinnen und Verlusten und legte zuletzt um 0,2 Prozent
auf 52.437 Punkte zu.
An den Finanzmärkten wird für die Ende Juli anstehende Sitzung
zunehmend auf eine Zinsanhebung gewettet, welche festverzinsliche
Wertpapiere im Vergleich zu Aktien begünstigen würde. Noch geht aber
eine klare Mehrheit davon aus, dass die Währungshüter den aktuellen
Zinssatz beibehalten werden.
Justin Onuekwusi, oberster Anlagestratege bei St. James's Place,
gehört zu dieser Mehrheit. "Im letzten Quartal sind die Ölpreise
gefallen, was es für eine Zentralbank schwierig macht, auf die
Bremse zu treten und in dieser Situation mit Zinserhöhungen zu
beginnen", sagte er. Für die September-Sitzung hielten sich die
Erwartungen für eine Anhebung auf der einen Seite und für eine
Beibehaltung oder sogar Zinssenkung die Waage auf der anderen Seite.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz
(KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta will Kreisen
zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die
Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen
berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und
zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden. Zudem erwäge der
Tech-Gigant, den Zugang zu "roher" Rechenkapazität zu verkaufen,
ähnlich wie andere sogenannte "Neocloud"-Anbieter- etwa CoreWeave
.
Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 als Spitzenwert mit plus 10
Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßte das Papier von
CoreWeave dort als einer der schwächsten Werte 13 Prozent ein.
Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren Oracle
1,0 Prozent während es Amazon gelang,
ins Plus zu drehen. Auch die Aktien von Alphabet und
Microsoft ließen sich nicht beeindrucken und legten
zu. Meta würde - sollten die Pläne umgesetzt werden -, auch
Branchengrößen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und
Google Cloud mit dem neuen Geschäftsfeld Konkurrenz machen.
Unter den Standardwerten ging der Blick vor allem auf Nike
. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem
Quartalsbericht trotz eines erneuten Rückgangs im chinesischen Markt
überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas
-Rivale ungeachtet eines Schubs durch die Fußball-WM
auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin, und Analysten zeigten
sich von den Zielen für das laufende Quartal enttäuscht. Dass die
Aktie trotzdem um 3,5 Prozent stieg und damit zweitstärkster Wert im
Dow war, dürfte der vorangegangenen Kursschwäche geschuldet sein.
Erst vor wenigen Tagen war das Papier mit 40 US-Dollar auf den
tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.
Dow-Spitzenreiter war Salesforce mit plus 5,2
Prozent. Die Aktie des Softwareherstellers profitierte von einer
Hochstufung durch die Investmentbank Guggenheim auf "Buy". Zudem
sind Software-Aktien allgemein an diesem Tag wieder gefragt, während
Chip-Aktien unter Druck stehen.
Mit plus 9,0 Prozent reagierte unter den Werten aus den hinteren
Reihen die Aktie von General Mills auf den
vorgelegten Zwischenbericht des Lebensmittelherstellers zum
abgelaufenen Quartal./ck/he