Österreichische Staatsanleihen im Späthandel uneinheitlich / Österreichs Schulden wachsen weiter - Defizit auch im Warenaustausch
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag uneinheitlich gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe lag wie bereits am Vortag bei 3,12 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 27 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,02 Prozent auf 127,42 Punkte.
In Österreich hat sich der Schuldenstand von Ende 2025 bis Ende März um 13,3 Milliarden auf insgesamt 431,4 Milliarden Euro vergrößert. Gleichzeitig erhöhte sich im ersten Quartal 2026 auch die Schuldenquote, also das Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung, von 81,5 auf 83,5 Prozent. Das Defizit lag bei 7,3 Mrd. Euro bzw. 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die zusätzlichen Schulden lassen sich laut Statistik Austria großteils auf den Bundessektor zurückführen.
Im internationalen Warenaustausch bilanzierte Österreich 2025 mit einem massiven Defizit von 7,1 Mrd. Euro. Im Jahr davor war noch ein Überschuss von 2,2 Mrd. Euro erzielt worden. Der Wert der Warenexporte verringerte sich gegenüber 2024 um 0,7 Prozent auf 189,8 Mrd. Euro. Die Importe legten um 4,2 Prozent auf 196,9 Mrd. Euro zu, wie erste Daten der Statistik Austria zeigen. Das abgelaufene Jahr sei "von globalen Unsicherheiten im internationalen Handel geprägt" gewesen.
"Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren vor allem das gestiegene Handelsbilanzdefizit mit China infolge deutlich höherer Importe sowie der Rückgang des Handelsbilanzaktivums mit den USA aufgrund der um mehr als ein Fünftel gesunkenen Exporte", erklärte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk.
Die Lage im Nahen Osten ist weiter ungewiss. Spitzenvertreter der USA sind nach Angaben aus Katar in dem Golfstaat zu Besuch, ein Treffen mit iranischen Vertretern ist demnach aber nicht geplant. Das sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums am Dienstag. Geplant seien nur Treffen mit Vermittlern, um über Fortschritte in den Verhandlungen zum Krieg zu sprechen.
Die Märkte blicken zudem auf die Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra. Der deutsche Bundesbankchef Joachim Nagel rechnet mittlerweile mit anhaltendem Preisdruck im Euroraum und hält sich mit Blick auf den Leitzins alle Optionen offen: "Ich erwarte, dass die Inflationsrate deutlich über unserem Ziel bleiben wird."
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,58 2,59 -0,01 5 5 Jahre 2,74 2,74 0,00 14 10 Jahre 3,12 3,12 0,00 27 30 Jahre 3,71 3,71 0,00 30
moe/spa