ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Schnäppchenjäger sorgen für Nasdaq-Erholung
Nach dem jüngsten Rückschlag an der überwiegend
mit Technologieaktien bestückten US-Börse Nasdaq haben
Schnäppchenjäger am Montag wieder für deutliche Kurszuwächse
gesorgt. Zudem verhalf die von Fusions- und Übernahmefantasien
geprägte Stimmung in der Telekombranche Standardwerten zu Gewinnen.
Geopolitisch bleibt der Nahost-Konflikt im Blick, auch wenn das
Interesse der Anleger zunehmend schwindet. Nach einer erneuten
militärischen Eskalation am Persischen Golf hat der Iran einen
weiteren Verhandlungstermin mit den Vereinigten Staaten im Unklaren
gelassen. US-Präsident Donald Trump schrieb dagegen auf seiner
Plattform Truth Social, dass sich Vertreter der USA und des Iran an
diesem Dienstag in Katar treffen werden, ohne aber Angaben zum Ziel
der Gespräche zu machen.
Der Dow Jones Industrial ging mit einem Aufschlag von
0,59 Prozent auf 52.182,74 Zähler aus dem Tag. Damit kletterte der
bekannteste Wall-Street-Index wieder in Richtung seines jüngsten
Rekordhochs, das er am vergangenen Donnerstag bei etwas über 52.655
Punkten erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500
gewann 1,18 Prozent auf 7.440,43 Punkte. Der technologielastige
Auswahlindex Nasdaq 100 stieg nach zeitweise
abbröckelnden Erholungsgewinnen und einem kurzen Ausflug in die
Verlustzone letztlich um 2,25 Prozent auf 29.774,75 Zähler.
Unter den Branchen zog vor allem der Sektor "Telecommunication
Services" Aufmerksamkeit auf sich. Comcast sorgte mit
Aufspaltungsplänen für Fusions- und Übernahmefantasie. Der Konzern
will sein Mediengeschäft von seinem Kabelfernseh- und
Internetgeschäft trennen und dafür NBC Universal und Sky in ein
neues börsennotiertes Unternehmen ausgliedern, um den
Unternehmenswert zu steigern. Die Comcast-Aktie, die noch vor einer
Woche auf ein 13-Jahres-Tief gefallen war, stieg zeitweise um 17
Prozent. Mit plus 4,4 Prozent beendete sie den Tag. Die Aktien von
Charter Communications und Liberty Broadband
legten um jeweils etwas mehr als 9 Prozent zu.
Iridium Communications gewannen 25,4 Prozent auf
54,59 US-Dollar. SpaceX-Rivale Rocket Lab
gab eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des
Satellitenspezialisten für 54 Dollar je Aktie in bar und Aktien
bekannt. Davon profitierte auch das Papier des Iridium-Konkurrenten
ViaSat , das um knapp 24 Prozent stieg. Rocket Lab
gewannen knapp 16 Prozent.
Verizon büßten dagegen 5,2 Prozent ein. Der
Telekomriese erwartet für das zweite Quartal einen Verlust zwischen
700 und 800 Millionen Dollar, nachdem er mit der britischen BT Group
eine Vereinbarung zur Gründung eines
50/50-Gemeinschaftsunternehmens für ihre internationalen
Geschäftsbereiche getroffen hat. Verizon stuft die in das Joint
Venture eingebrachten Geschäftsbereiche als "zur Veräußerung
gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" ein, was zu dem
geschätzten Verlust führt.
Dass Verizon an diesem Tag außerdem aus dem Dow ausschied und der
A-Aktie von Alphabet Platz machte, drückte ebenfalls
auf die Stimmung. Dagegen nahm Alphabet mit plus 4,8 Prozent den
ersten Platz im 30 Werte umfassenden Dow ein. Amazon
gewannen 3,2 Prozent. Nach Angaben von Adobe Analytics erreichten
die Konsumentenausgaben bei allen Einzelhändlern in den USA während
der "Prime Day"-Tage von Amazon Ende Juni ein Volumen von 26,4
Milliarden Dollar und lagen damit etwas über einer früheren
Schätzung.
Die Aktie des Industrieunternehmens Honeywell International
büßte als Dow-Schlusslicht 6,4 Prozent ein. Die an
diesem Tag erstmals gehandelte Aktie der Luftfahrtsparte Honeywell
Aerospace schloss nach anfänglich teils deutlichen
Gewinnen 0,4 Prozent schwächer. Am 15. Juni war die Abspaltung
offiziell genehmigt worden. Während das
Honeywell-International-Papier nun unter dem Namen Honeywell
Technologies firmiert und weiter im Dow bleibt, wurde es im S&P 100
an diesem Tag durch Honeywell Aerospace
ersetzt./ck/he