Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,53 Prozent / AT&S geben um mehr als drei Prozent nach - Bauwerte unter Druck
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag zu Mittag mit Verlusten gezeigt. Keinerlei Sicherheit bringen die Entwicklungen vom Wochenende im Iran-Krieg. Der heimische Leitindex ATX verlor 0,53 Prozent auf 6.372,34 Punkten. Der ATX Prime gab um 0,53 Prozent auf 3.135,68 Zählern. Die europäischen Börsen notierten gegen 12.00 Uhr uneinheitlich.
Am Wochenende gab es wieder gegenseitige Angriffe von USA und Iran. Laut US-Medien vereinbarten die beiden Parteien allerdings einen Stopp der Kämpfe und einen Verhandlungstermin für Dienstag. Die Schiffe in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormuz könnten sich nun wieder frei bewegen, zitierte das US-Nachrichtenportal Axios einen Regierungsvertreter. Zudem sollen nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor sechs Milliarden (5,26 Mrd. Euro) von insgesamt zwölf Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben werden. Dies erklärte der iranische Präsident Massoud Pezeshkian am Montag.
Keine merklichen Auswirkungen hatten die am Vormittag gemeldeten Konjunkturdaten. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hellte sich im Juni überraschend deutlich auf. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Punkte auf 95,0 Punkte, wie die Europäische Kommission mitteilte. Der Aufschwung des ESI wurde im Juni durch ein gestiegenes Vertrauen in nahezu alle Sektoren - Einzelhandel, Industrie, Dienstleistungen und bei den Verbrauchern - getrieben. Lediglich das Vertrauen im Baugewerbe ging zurück.
Unerwartet gestiegen ist im Mai das Wachstum der Geldmenge im Euroraum. Die breit gefasste Geldmenge M3 legte im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zu, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Rate gerechnet. Unternehmen außerhalb der Finanzbranche bekamen 4,0 Prozent mehr Kredite als vor einem Jahr.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene noch eine sehr magere Meldungslage vor. Die meisten ATX-Werte befanden sich zu Mittag im Minus. Die AT&S-Papiere gaben erneut nach und kamen um weitere 3,11 Prozent zurück. In der Vorwoche gaben die Werte des Leiterplattenherstellers kumuliert knapp 15 Prozent ab.
Unter Druck gerieten auch die Bauwerte. Wienerberger fielen um 2,71 Prozent auf 23 Euro. Die Analysten der UBS bestätigten sowohl ihr Kursziel für den Baustoffhersteller von 21 Euro als auch die Empfehlung "Sell". "Wir gehen davon aus, dass sich die zu Beginn des zweiten Quartals verzeichnete Absatzdynamik abgeschwächt hat, sind jedoch der Ansicht, dass die Kostenentwicklung wahrscheinlich im Rahmen blieb, wobei im zweiten Halbjahr mit stärkeren Gegenwinden zu rechnen ist", hieß es von UBS.
Bankenwerte zeigten sich recht unterschiedlich. RBI verloren 0,54 Prozent. Erste Group und BAWAG gewannen hingegen jeweils 0,35 Prozent.
Im prime market stiegen die Aktien von Bajaj Mobility um 2,83 Prozent. Bereits am Freitag hatte es einen Zuwachs von mehr als einem Prozent für den Motorradbauer gegeben.
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