Aktien Europa: Knappe Verluste - Weiter Zurückhaltung trotz Nahost-Entspannung
An Europas Börsen dominiert auch
nach den jüngsten Gewinnmitnahmen die Zurückhaltung. Am Montagmittag
sank der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,08
Prozent auf 6.217 Punkte. Der Schweizer SMI entfernte
sich mit einem Minus von 0,26 Prozent auf 14.136 Punkte noch etwas
weiter von seinem Rekordhoch vom Donnerstag. Für den britischen FTSE
100 ging es um 0,27 Prozent auf 10.480 Punkte bergab.
Für etwas Beruhigung sorgte, dass die USA und der Iran ihre
gegenseitigen Angriffe im Streit um die Straße von Hormus US-Angaben
zufolge vorerst einstellen und weiter verhandeln wollen. "Beide
Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen", erfuhr die
Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen in Washington.
Schiffe könnten frei verkehren, während die Gespräche zur Umsetzung
des Rahmenabkommens fortgesetzt würden.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 führten
Technologietitel die Gewinnerliste an. Ihnen half
auch, dass sich an der US-Tech-Börse Nasdaq eine Erholung vom
schwachen Freitag abzeichnet.
Im EuroStoxx zählte Prosus mit einem Kursplus von 2,5
Prozent zu den besten Werten. Die niederländische
Internet-Beteiligungsholding konnte im vergangenen Geschäftsjahr
dank eines guten Laufs in allen drei E-Commerce-Bereichen des
Konzerns das bereinigte operative Ergebnis mehr als verdoppeln.
Damit überraschte sie positiv. Zudem steuert der chinesische
Internetkonzern Tencent , nach wie vor die wichtigste
Beteiligung des Konzerns, weiter Milliardengewinne zum
Konzernergebnis bei.
Auch Halbleiteraktien wie Infineon , ASML
und STMicro waren am Montag wieder
gefragt.
Exail -Titel verteuerten sich um 3,4 Prozent auf
120,70 Euro. Damit profitierte der Hersteller von minenzerstörenden
Seedrohnen weiter von einer potenziellen Übernahme. Der
Triebwerkhersteller Safran befindet sich in
exklusiven Verhandlungen über einen möglichen Kauf des Unternehmens.
Im Gespräch ist ein Kaufpreis von 128,50 Euro je Aktie.
Dagegen zählten die konjunkturabhängigen Bau- und Baustoff-
sowie Chemiewerte und die zuletzt
recht gut gelaufenen, zinssensiblen Immobilientitel
zu den größten Verlierern.
Für die Aktien von British American Tobacco ging es
um 2,1 Prozent bergab. Der Zigarettenkonzern will Kreisen zufolge im
Rahmen eines Unternehmensumbaus Arbeitsplätze abbauen und damit
seine Kosten deutlich senken. Geplant sei, die weltweit 47.000
Stellen etwa um ein Fünftel zu reduzieren, berichtet die
Nachrichtenagentur Bloomberg und verweist dabei auf eine interne
Mitteilung des Konzerns./gl/nas