ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Anleger machen Kasse
Nach den Vortagesgewinnen haben
Europas wichtigste Aktienmärkte zum Wochenschluss den Rückwärtsgang
eingelegt. Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um
Künstliche Intelligenz (KI) seien zurück, schrieb Analyst Thomas
Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge
wegen einer möglichen Knappheit an Speicherchips. "Die Stimmung ist
gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden
generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu."
Der EuroStoxx 50 fiel um 0,73 Prozent auf 6.221,55
Punkte. Damit ergibt sich für den Leitindex der Eurozone auf
Wochensicht nach fünf Anstiegen in Folge nun ein Minus von 1,14
Prozent. Außerhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI
am Freitag nach dem Rekordhoch vom Donnerstag um 0,42
Prozent auf 14.172,71 Zähler. Der britische FTSE 100
verlor 0,21 Prozent auf 10.508,02 Punkte.
Nach Einschätzung des Marktexperten Timo Emden von Emden Research
geben geldpolitische Unsicherheiten wieder stärker die Richtung vor.
"Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass die KI-Euphorie nicht
jeden Bewertungsmaßstab außer Kraft setzen kann."
Die Vortagserholung der Technologiewerte erwies sich am Freitag als
Strohfeuer. In Asien nahmen die Anleger zu Wochenschluss wieder
massiv Gewinne mit. Der Sektor litt unter Zweifeln an der
kurzfristigen Rentabilität von KI-Investitionen sowie der Nachricht,
dass Apple Preiserhöhungen für einige Geräte
angekündigt hatte, um die drastisch gestiegenen Kosten für
Speicherchips weiterzugeben. Dies schürte Ängste vor einer
nachlassenden Nachfrage im Privatkundengeschäft.
Im Halbleiterbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung in der
Branche auch die Aktien von ASML und STMicro
, die um ein und 3,8 Prozent nachgaben. Für die
Papiere der Technologiekonzerne Schneider Electric
und ABB ging es um 1,3 und 2,5 Prozent abwärts.
Aus Branchensicht mussten auch Ölwerte deutliche
Einbußen hinnehmen. Die Ölpreise hatten am Freitag nach einer kurzen
Erholung am Vortag ihre jüngste Talfahrt fortgesetzt.
Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank sagte, dass
die Aussicht auf eine Normalisierung des Angebots aus der Golfregion
die Notierungen belaste.
Die Anteilsscheine von Safran büßten mehr als drei
Prozent ein. Der Triebwerkhersteller befindet sich in exklusiven
Verhandlungen über eine mögliche Übernahme von Exail ,
einem französischen Hersteller von minenzerstörenden Seedrohnen. Im
Gespräch ist ein Kaufpreis von 128,50 Euro je Aktie. Die
Anteilsscheine von Exail schnellten um gut ein Viertel auf fast 117
Euro in die Höhe./la/stw