Aktien New York Ausblick: Dow stabil erwartet - Halbleiterwerte unter Druck
Die US-Aktienmärkte dürften nach den
Vortagesgewinnen mit nachgebender Tendenz in den Handel am Freitag
starten. Marktbeobachter verwiesen auf zunehmende Zweifel der
Anleger, ob die Konsumenten die anstehenden Preisanhebungsrunden bei
den Technologiekonzernen noch in der Masse mittragen werden.
Eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den
Nasdaq 100 1,21 Prozent tiefer bei 29.081 Punkten.
Damit deutet sich für den technologielastigen Index ein
Wochenverlust von mehr als 4 Prozent an. Den zuletzt robusten
Leitindex Dow Jones Industrial sieht IG 0,03 Prozent
im Minus bei 51.981 Punkten. Für den Leitindex der 30 Standardwerte
bahnt sich ein Wochengewinn von rund 0,8 Prozent an.
Halbleiteraktien gaben im vorbörslichen Handel auf breiter Front
nach, da die Anleger angesichts angekündigter Preiserhöhungen bei
Apple-Produkten und jenen anderer
Elektronikunternehmen zunehmend die Nachhaltigkeit der
Chip-Nachfrage anzweifeln. Eine mögliche Verzögerung des Börsengangs
des KI-Highflyers und ChatGPT-Erfinders OpenAI, über die die "New
York Times" berichtete, dämpfe zudem die Risikobereitschaft, hieß
es.
Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche
Intelligenz seien zurück, schrieb Analyst Thomas Altmann vom
Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge vor einer
Knappheit von Speicherchips. "Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu
drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die
Risikoaversion nimmt zu."
So fielen die Papiere von Micron vorbörslich um 5,7
Prozent, nachdem sie am Donnerstag um mehr als 16 Prozent auf ein
Rekordhoch geklettert waren. Für die Anteilsscheine der KI-Chipwerte
AMD und Marvell Technology ging es am
Freitag vorbörslich um 3,8 beziehungsweise 4,7 Prozent nach unten.
Die Aktien von On Semiconductor sackten vorbörslich
um 12,6 Prozent ab, nachdem der Chiphersteller die Übernahme von
Synaptics im Rahmen eines reinen Aktientauschs
avisiert hatte. Analysten befürchten, dass die Übernahme eines
Unternehmens, das im Bereich Smart Devices tätig ist, das
Kerngeschäft mit Halbleitern für KI-Rechenzentren beeinträchtigen
könnte. Die Anteilsscheine von Synaptics legten vorbörslich um 5,7
Prozent zu.
Für die Papiere von Rocket Lab ging es vorbörslich um
1,2 Prozent nach oben. Das Raumfahrtunternehmen hatte
bekanntgegeben, dass die US-Weltraumbehörde NASA den Anbieter von
Trägerraketen ausgewählt hat, ab Anfang 2027 drei Starts für die
beiden Missionen PolSIR und TSIS-2 durchzuführen./edh/stk