EZB: Inflationserwartungen der Verbraucher sinken unerwartet deutlich
Die Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone sind im Mai deutlich gesunken. Laut einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten die Konsumenten auf Sicht von 12 Monaten eine Preissteigerung um 3,5 Prozent, wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zuvor hatten die befragten Verbraucher noch wegen der höheren Energiepreise infolge des Iran-Kriegs eine Inflation von 4,0 Prozent erwartet. Volkswirte hatten für Mai mit einem Rückgang der Erwartungen gerechnet, sie waren im Schnitt aber von 3,9 Prozent ausgegangen.
Die Inflationserwartung für die nächsten drei Jahre blieb hingegen unverändert bei 2,9 Prozent. Auch die Inflationserwartungen auf Sicht von fünf Jahren blieben unverändert bei 2,4 Prozent.
Die Daten basieren auf den Ergebnissen einer monatlichen Online-Befragung (Consumer Expectations Survey) der Europäischen Zentralbank unter Verbrauchern aus elf Ländern. Befragt werden rund 19.000 Personen. Inflationserwartungen spielen eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der EZB.
Laut jüngsten Daten hat sich die Teuerung in der Eurozone zuletzt verstärkt. Im Mai war die Inflationsrate auf 3,2 Prozent gestiegen, von zuvor 3,0 Prozent. Damit liegt die Teuerung deutlich über dem Ziel der Europäische Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent anpeilt.
Die EZB hatte die Leitzinsen bei der Zinssitzung am 11. Juni um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der für den Markt wichtigen Einlagensatz liegt damit bei 2,25 Prozent./jkr/jsl/jha/
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