Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Gewinnen / US-Konjunkturdaten im Fokus
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Donnerstagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 2 Basispunkte auf 3,11 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 26 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,13 Prozent auf 127,45 Punkte.
In den vergangenen Tagen waren die Ölpreise kräftig gefallen, was die Inflationserwartungen am Markt dämpfte und für einen Rückgang der Renditen sorgte. Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank wird am Markt nur noch mit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) bis zum Jahresende gerechnet.
Am Nachmittag rückten aktuelle US-Daten in den Fokus. So sind in den USA die Aufträge für langlebige Güter im Mai weniger als erwartet gefallen. Die Bestellungen sanken im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent, wie das US-Handelsministerium nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen Rückgang um 5,0 Prozent erwartet.
In den USA sind zudem die privaten Einkommen unerwartet stark gestiegen. Im Mai legten sie im Monatsvergleich um 0,7 Prozent zu. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt nur mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. Die privaten Konsumausgaben zogen im Mai ebenfalls um 0,7 Prozent an. Hier war ein Anstieg um 0,6 Prozent erwartet worden. Der Preisindex PCE stieg im Jahresvergleich wie erwartet von 3,8 auf 4,1 Prozent. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg leicht auf 3,4 Prozent. Auch dies hatten Analysten prognostiziert.
Weiters haben in den USA deutlich weniger Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Die Hilfsanträge gingen in der vergangenen Woche um 12.000 auf 215.000 zurück, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 225.000 Anträgen gerechnet.
Die US-Wirtschaft hat zu Beginn des Jahres mehr Fahrt gewonnen als erwartet, wurde ferner bekannt. Im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 2,1 Prozent, wie das Handelsministerium laut einer dritten Erhebung mitteilte. In einer vorangegangenen Schätzung war nur ein Zuwachs von 1,6 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einer Bestätigung gerechnet.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,59 2,62 -0,03 6 5 Jahre 2,73 2,75 -0,02 14 10 Jahre 3,11 3,13 -0,02 26 30 Jahre 3,69 3,72 -0,03 29
ger/szk