Aktien Europa: EuroStoxx erholt nach starken Micron-Zahlen - SMI auf Rekord
Der EuroStoxx 50 hat
sich am Donnerstag etwas von den Verlusten der vergangenen zwei Tage
erholt. Für gute Stimmung sorgten überragende Geschäftszahlen sowie
ein sehr guter Ausblick des US-Speicherchipherstellers Micron
. Um die Mittagszeit legte der Leitindex der Eurozone
um 0,73 Prozent auf 6.260 Punkte zu.
Beim schon zuletzt starken Schweizer SMI stand ein
Kursplus von 0,30 Prozent auf 14.160 Punkte zu Buche. Nach dem
Rekordhoch vom Mittwoch stellte er eine weitere Bestmarke auf. Der
britische FTSE 100 stieg um 0,29 Prozent auf 10.492
Punkte.
Micron übertraf dank des anhaltenden Booms im Bereich Künstliche
Intelligenz (KI) die Erwartungen für das vergangene Quartal
deutlich. Auch die Ziele für das laufende Quartal überraschten klar
positiv. Dementsprechend zeichnen sich für die Aktie prozentual
zweistellige Kursgewinne und ein erneutes Rekordhoch ab.
Micron habe die Anleger daran erinnert, "dass der Speicherzyklus und
der allgemeine KI-Trend auf Dauer Bestand haben werden",
kommentierte Hugh Lam, Anlagestratege bei Betashares. Ungeachtet
wohl auch künftig starker Kurs- und Stimmungsschwankungen sicherten
strukturelle Versorgungsengpässe zumindest bis 2027 die Aktienkurse
in diesem Bereich nach unten ab.
Noch beeindruckender als die Zahlen und der Ausblick sei die
deutliche Ausweitung der langfristigen Verträge mit Schlüsselkunden
von einem im Vorquartal auf nun 16, ergänzte Analyst Harlan Sur von
der US-Bank JPMorgan. Er hob das Kursziel für die Aktie massiv an.
Die Micron-Euphorie gab auch dem europäischen Technologiesektor
kräftig Auftrieb: Deren Subindex führte mit plus 2,3
Prozent die Gewinnerliste im marktbreiten Stoxx Europe 600 an.
Einmal mehr zählten die Micron-Branchenkollegen Infineon und STMicro
sowie der Chipindustrie-Ausrüster ASML zu den Favoriten der Anleger.
Auch die Energieversorger und der
Energietechnikkonzern Siemens Energy profitierten
über den hohen Energiebedarf von Rechenzentren vom anhaltenden KI-
und Halbleiter-Hype.
Auf wenig Interesse im freundlichen Marktumfeld stießen dagegen
defensive Werte. Die Branchenindizes für die zuletzt stark
gelaufenen Lebensmittel- und Getränkehersteller
verzeichnete moderate Verluste. Ähnlich sah es bei den Aktien von
Öl- und Gaskonzernen aus angesichts der weiter
sinkenden Ölpreise. Rohöl aus der Nordsee notiert dank der Hoffnung
auf ein endgültiges Ende des Iran-Kriegs inzwischen wieder auf dem
Vorkriegsniveau.
Aus dem starken Reise- und Freizeitsektor ragte
Easyjet mit einer weiteren Kurserholung um mehr als 7
Prozent auf 579 Pence heraus. Die Billigfluglinie lehnte auch eine
vierte unverbindliche Kaufofferte von Castlelake als zu niedrig ab.
Der US-Investor hat den Preis inzwischen auf 650 Pence erhöht und
könnte noch bis zum 5. Juli ein verbindliches Übernahmeangebot
unterbreiten oder sein Angebot zurückzuziehen.
Bei ITV freuten sich die Anleger über ein Kursplus
von 2,5 Prozent. In einem Medienbericht hieß es unter Berufung auf
informierte Personen, der zum US-Kabelnetzbetreiber Comcast
gehörende Medienkonzern Sky habe sich mit den Briten
auf eine Übernahme von deren Fernseh- und Streaminggeschäft
geeinigt. Die Transaktion könnte demnach schon in den kommenden
Wochen angekündigt werden.
Derweil büßten die Anteile von H&M nach
Quartalszahlen 3 Prozent ein. Analysten attestierten dem
Textilhändler ein durchwachsenes zweites Quartal. Die Schweden
bekamen wie schon zum Jahresauftakt das schwache Konsumklima zu
spüren./gl/jha/