Aktien Europa: Klare Richtung fehlt - Anleger warten auf Micron-Zahlen
Europas Börsen haben am Mittwoch
keine gemeinsame Richtung gefunden und sich überwiegend wenig von
der Stelle bewegt. Die Anleger warten weiter gespannt auf die
Quartalszahlen des US-Chipriesen Micron , die nach
US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Von ihnen erwarten sich
Marktbeobachter Hinweise darauf, ob die Nachfrage für Infrastruktur
für Künstliche Intelligenz (KI) noch hoch genug ist, um die
Kursrally in diesem Bereich weiter anzutreiben.
Gegen Mittag stand der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
0,11 Prozent im Minus bei 6.223 Punkten. Am Vortag
hatte er mit am meisten unter dem Ausverkauf der heiß gelaufenen
Halbleitertitel insbesondere in Südkorea gelitten. Der britische
FTSE 100 gewann zuletzt 0,06 Prozent auf 10.435
Punkte.
Für den Schweizer SMI ging es um 0,77 Prozent auf
14.017 Punkte hoch. Er profitierte einmal mehr von seinen robusten
defensiven Schwergewichten wie Nestle und Novartis
. Mit dem Luxusgüterkozern Richemont
stützte ein weiteres Schwergewicht den Index.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 waren
Immobilientitel sowie die Lebensmittelhersteller
und Produzenten von Verbrauchsgütern
gefragt. Zu letzteren zählen auch die Luxusgüterkonzerne, deren
Aktien sich weiter erholten. Im EuroStoxx verteuerten sich LVMH
um 1,7 Prozent und im SMI Richemont um 3,1 Prozent -
letztere stützte auch eine deutliche Kurszielanhebung des
Analysehauses Jefferies. Dessen Experte James Grzinic sieht die
Schweizer als den großen Gewinner der bevorstehenden Berichtssaison
der Luxusbranche.
Aus der Technologiebranche , die mit Gewinnen der
jüngsten Verkaufswelle an der US-Technologiebörse Nasdaq trotzte,
stach die Tech-Beteiligungsgesellschaft Prosus mit
einem Kursplus von 2 Prozent heraus. Sie profitierte von der positiv
aufgenommenen Meldung des chinesischen Internetkonzerns Tencent, vor
der Einführung eines KI-Agenten für seine
Unternerhmenskommunikations-App zu stehen. Tencent ist die
wichtigste Beteiligung von Prosus.
Einen Bogen machten die Anleger zur Wochenmitte um die Aktien der
europäischen Öl- und Gas- sowie Rohstoffkonzerne
. Hier belasteten die weiter sinkenden Rohöl- und
Metallpreise.
Kursabschläge gab es auch bei den Aktien von Rüstungskonzernen. So
verloren BAE Systems in London 1,8 Prozent und Thales
in Paris 2,2 Prozent. Der nun formal angekündigte
Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS in
Frankfurt und Paris gab keine positiven Impulse.
Die Anleger von Flutter und Entain
mussten Kursrückgänge von 1,9 beziehungsweise 1,3 Prozent
verkraften. Einem Medienbericht zufolge hat der Social-Media-Riese
Meta ein kleines Team mit der Entwicklung einer App
für Prognosemärkte namens "Arena" beauftragt. Diese würde demnach
unabhängig von den Meta-Apps betrieben. Doch deren Reichweite würde
genutzt, um Nutzer auf "Arena" zu leiten. Angesichts des frühen
Entwicklungsstadiums halte sich der Kurseinfluss auf Flutter und
Entain aber in Grenzen, hieß es aus dem Markt./gl/jha/