An den europäischen Börsen haben die
Indizes vor dem großen Verfall an diesem Freitag keine großen
Sprünge gemacht. Am großen Verfallstag laufen Terminkontrakte auf
Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall"
sprechen Börsianer, wenn Optionen und Futures auf Indizes und
einzelne Aktien am selben Tag verfallen. In den USA wird am Freitag
feiertagsbedingt nicht gehandelt, Impulse von dort bleiben aus.
Der EuroStoxx 50 blieb in Rekordhöhen mit einem Plus
von zuletzt 0,14 Prozent auf 6.332 Zähler. Auf Wochensicht zeichnet
sich für den Leitindex der Euroregion ein Gewinn von 2,3 Prozent ab.
Marktteilnehmer sind einerseits optimistisch hinsichtlich der
Wiedereröffnung der für den Öltransport so bedeutenden Meerenge von
Hormus nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran,
andererseits etwas skeptisch, ob das Abkommen von Bestand sein wird.
Dass die für diesen Freitag in der Schweiz angedachte erste
Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran zur Ausgestaltung des
Rahmenabkommens abgesagt wurde, hinterließ in den Indizes keine
Schäden.
Außerhalb der Eurozone ging es für den Schweizer SMI
um 0,25 Prozent nach oben auf 13.800 Punkte. Der britische FTSE 100
notierte knapp im Plus bei 10.409 Punkten.
Der Ölsektor unternahm als bester der
Stoxx-600-Übersicht mit plus 1,2 Prozent einen
Stabilisierungsversuch nach seiner jüngsten Schwäche im Zuge der
gesunkenen Ölpreise. Am anderen Ende des Tableaus verbuchte der
Sektor für Basisrohstoffe Verluste von 0,6 Prozent.
Für Aufmerksamkeit sorgte eine Warnung der US-Regierung an den
Anlagenbauer ASML , dass eines seiner Systeme für
Extrem-Ultraviolett-Lithografie (EUV) in China im Einsatz sein
könnte. Die Niederländer erklärten prompt, dass sie weder die
Anlagen noch Zubehör ins Reich der Mitte exportiert hätten.
ASML-Aktien verloren 2 Prozent, nachdem sie tags zuvor einen
neuerlichen Rekord erreicht hatten.
Optimismus von JPMorgan trieb die Aktien von Vestas
um 4,8 Prozent hoch. Analyst Akash Gupta platzierte in seiner
Einschätzung zu dem dänischen Windkraftkonzern den Hinweis "Positive
Catalyst Watch", womit er mit Blick auf bevorstehende
Geschäftszahlen mit positiven Trends rechnet. So hält Gupta eine
Anhebung der Jahresziele mit dem Halbjahresbericht Mitte August für
wahrscheinlich./ajx/jha/