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Stahlhersteller fordern Reform des EU-Emissionshandelssystems / voestalpine, ArcelorMittal Europe und thyssenkrupp Steel sehen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlindustrie in Gefahr

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Gemeinsamer Brief von rund 40 Industrieunternehmen (2. Absatz)
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Die Stahlhersteller voestalpine, ArcelorMittal Europe und thyssenkrupp Steel haben am Mittwoch in einem gemeinsamen Appell eine Reform des EU-Emissionshandelssystems gefordert. Die Konzerne bekannten sich dabei ausdrücklich zum Zurückfahren ihres CO2-Ausstoßes, kritisierten aber die mangelnde wirtschaftliche Tragfähigkeit des Prozesses. Gemeinsam fordern sie ein Einfrieren der ETS-Kosten und die Re-Investition der Einnahmen in die industrielle Dekarbonisierung.

In Summe haben rund 40 Industriekonzerne mit einem Brief an die EU-Spitze Druck vor der geplanten Neuregelung des europäischen Emissionshandels gemacht. "Wir fordern ein entschlossenes Eingreifen, um die Kosten-Eskalation im Emissionshandelssystem (ETS) zu stoppen", heißt es in dem Schreiben an EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Gewünscht wird weiters "ein ausgewogener Ansatz für die Wettbewerbsfähigkeit im Import- und Exportbereich", der die unbeabsichtigten Folgen des derzeitigen Systems berücksichtigt. Die drei Unternehmen stellen nach eigenen Angaben etwa 60 Prozent der integrierten Stahlproduktion in Europa.

Der politische Rahmen müsse die Transformation ermöglichen und dürfe diese nicht behindern, heißt es in dem gemeinsamen Appell. Zwischen 2005 und 2023 habe das europäischen Emissionshandelssystems (EU Emissions Trading System, EU-ETS) zu Emissionsminderungen um etwa 49 Prozent im Energiesektor geführt. Wichtige Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Dekarbonisierung seien aber "nach wie vor unzureichend entwickelt oder nicht in großem Maßstab verfügbar". Es brauche wettbewerbsfähige Strompreise, erschwinglichen grünen Wasserstoff, Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference), CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie Leitmärkte für emissionsarmen Stahl.

Industrielle Basis in der EU gefährdet

Die drei Konzerne sehen die industrielle Basis in der EU gefährdet. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen des EU-ETS würden die Kosten für die Stahlproduktion in der EU bis Anfang der 2030er-Jahre voraussichtlich um rund 50 Prozent steigen. Ohne Reformen sei mit einem Rückgang der stahlintensiven Produktionstätigkeit um 30 bis 40 Prozent zu rechnen. Das betreffe bis zu 5 Millionen Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die kürzlich erfolgte Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und die bevorstehenden Zollkontingente bezeichneten die drei Unternehmen in einer gemeinsamen Presseaussendung als "wichtige Schritte hin zu faireren Wettbewerbsbedingungen". Das letzte erforderliche Puzzleteil, um sicherzustellen, dass Europa sowohl dekarbonisieren als auch eine starke industrielle Basis aufrechterhalten könne, sei nun die Reform des EU-ETS.

kre/tsk

 ISIN  AT0000937503  LU0323134006  DE0007500001
 WEB   http://www.voestalpine.com
       http://www.arcelormittal.com/corp/
       http://www.thyssenkrupp.com/de/

Relevante Links: voestalpine AG, ThyssenKrupp AG, ArcelorMittal S.A.

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