ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx-Rekord dank Nahostlage und SpaceX
Friedenssignale im Nahost-Konflikt
und der Hype um den SpaceX-Börsengang in den USA
haben auch Europas Börsen am Freitag beflügelt. Der EuroStoxx 50
erreichte schon früh mit knapp über 6.200 Punkten ein
Rekordhoch. Zum Handelsende behauptete der Leitindex der Eurozone
ein Plus von 2,16 Prozent auf 6.187,63 Punkte, was ihm nach der
weitgehenden Lethargie der vergangenen Tage noch einen Wochengewinn
von 2,1 Prozent bescherte.
Etwas geringer fielen die Tagesgewinne außerhalb des Euroraums aus.
Für den britischen FTSE 100 ging es am Freitag
letztlich um 1,63 Prozent auf 10.471,72 Punkte hoch. Der Schweizer
SMI gewann 1,32 Prozent auf 13.708,02 Punkte.
US-Präsident Donald Trump stellte ein baldiges Rahmenabkommen mit
dem Iran in Aussicht. Der Iran sprach nach einem anfänglichen
Dementi ebenfalls von einem möglichen bevorstehenden
Verhandlungsabschluss, ähnlich wie der Vermittlerstaat Pakistan.
Dass Trump sich zuletzt auf seiner Online-Plattform Truth Social
über eine unzutreffende iranische Darstellung der
Verhandlungsergebnisse sowie eine iranische Drohnenattacke auf
indische Schiffe in der Meeresstraße von Hormus beschwerte, ließ die
Aktienanleger kalt. Die Ölpreise gaben unterdessen deutlich nach.
Praktisch zum Börsenschluss in Europa startete SpaceX in den
US-Handel. Der erste Kurs lag mit 150 US-Dollar gut 11 Prozent über
dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Zuletzt notierten die Aktien des
Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmens von Tesla-Chef
Elon Musk noch höher bei rund 166 Dollar.
Vorbörsliche Indikationen hatten sogar bis 175 Dollar gereicht.
Im europäischen Branchentableau Stoxx Europe 600
reichte es für den Tech-Index trotz deutlicher
Gewinne nicht für den Spitzenplatz - den nahm der Bankenindex
ein. Allerdings haben seit Jahresbeginn nur die
Aktien von Öl- und Gas- sowie Rohstoffkonzernen
stärker als die Technologietitel zugelegt.
Die Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten gab auch dem Reise-
und Freizeitsektor am Freitag weiter Auftrieb.
Dagegen litt der Ölsektor unter den sinkenden Ölpreisen.
Adyen profitierte mit einem Plus von 5,5 Prozent vom
Kauf des US-Start-ups Orb. Damit erhalte der niederländische
Zahlungsabwickler Zugriff auf eine Plattform für nutzungsbasierte
Abrechnungen, kommentierte Experte Hannes Leitner vom Analysehaus
Jefferies. Da gehe der Trend hin - und weg vom klassischen
Abo-Modell. Jüngst hatten die Aktien noch ein Tief seit dem Jahr
2023 markiert./gl/zb