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Börsen hoffen auf Iran-Deal - Ölpreise fallen, Aktienkurse legen zu / USA und Iran stellen Rahmenabkommen in Aussicht - Ölpreise fallen, Aktien- und Anleihekurse legen zu

Die Aussicht auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs zwischen den USA und dem Iran hat den Finanzmärkten am Freitag einen neuen Ruck gegeben. Nachgebende Öl- und Gaspreise dämpften Inflations- und Zinssorgen. Aktienkurse stiegen in Folge weltweit und insbesondere auch in Wien an. Anleiherenditen und der US-Dollar schwächten sich ab und der Goldpreis erholte sich etwas von seinem jüngsten Tiefststand.

US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend zuvor angekündigte Angriffe auf den Iran abgesagt und einmal mehr ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beilegung des Krieges in Aussicht gestellt. Jedoch spricht diesmal auch die Islamische Republik von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Westliche Insider stellten eine Unterzeichnung noch an diesem Sonntag in Aussicht.

"Trump hat schon viele Male zuvor erklärt, dass ein Abkommen kurz bevorstehe, woraufhin die Feindseligkeiten dennoch wieder aufflammten", schrieb Warren Patterson, Rohstoffexperte bei der ING. "Diesmal scheint es jedoch tatsächlich positivere Signale rund um das Abkommen zu geben - nicht nur aus den USA, sondern auch von anderen an den Verhandlungen beteiligten Parteien." Selbst wenn eine Verlängerung der Waffenruhe zustande komme, könnte diese fragil sein, warnt Patterson: "Und klar ist: Wenn die Atomverhandlungen nicht vorankommen, könnte sie sehr leicht auseinanderfallen."

Ölpreise fallen, Aktien- und Anleihekurse ziehen an

Die Ölpreise setzten ihren Abwärtstrend fort, wobei die Analysten der Helaba darauf hinweisen, dass der Ölpreis zunächst weniger stark auf die Ankündigung reagiert habe als Aktien oder Gold. "Schließlich werden immer noch Eskalationsszenarien herumgereicht, die im Extremfall den Preis in Richtung 300 US-Dollar treiben könnten," begründen sie dies in ihrem Wochenausblick. Ölanalysten warnten zuletzt verstärkt vor einem herannahenden Kipppunkt im Sommer, wenn schwindende Ölvorräte auf einen saisonalen Anstieg der Nachfrage treffen würden.

Am frühen Freitagnachmittag lag der Preis für ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August bei 87,76 US-Dollar. Vor der Ankündigung Trumps am Vorabend hatte er noch bei knapp 94 Dollar gelegen. Der europäische Gaspreis fiel zudem um gut sechs Prozent. Dies dämpfte die Inflationssorgen an den Finanzmärkten etwas.

Folglich schraubten die Marktteilnehmer auch ihre Wetten auf Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) zurück. Am Rentenmarkt gaben die Renditen nach, wodurch sich die Anleihekurse erholten. Besonders deutlich fielen dabei die Renditen kurzfristigerer Laufzeiten, die stärker an die Entwicklung der Leitzinsen gekoppelt sind. Noch am gestrigen Donnerstag hatten die Währungshüter ihre Schlüsselzinssätze um 25 Basispunkte angehoben; an den Märkten wird aktuell auf bis zu zwei weitere Schritte bis Jahresende spekuliert.

Bei Aktien gab es deutliche Kursgewinne. Starke Zuwächse verzeichnete dabei der heimische ATX, der eine vergleichsweise konjunktursensible Branchenzusammensetzung aufweist. Am frühen Nachmittag notierte der heimische Aktienindex 2,15 Prozent fester auf 6.202 Punkten - nach einem Rekordhoch bei gut 6.276 Einheiten. Auch der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, markierte einen neuen Höchststand - zuletzt lag er noch 1,62 Prozent im Plus auf 6.155 Punkten. Klare Gewinne verzeichneten auch die Börsenbarometer in Frankfurt, London und Paris sowie in Asien; zudem ließen außerbörsliche Indikatoren einen freundlichen Auftakt an der Wall Street erwarten.

Zyklische Aktien nachgefragt, Dollar etwas tiefer, Gold stabilisiert

In einer europäischen Sektorbetrachtung wiesen nur Öl- und Versorgeraktien Verluste auf, während die Anleger zugunsten zyklischer Branchen wie etwa Reise- und Bank- und Luxuswerten umschichteten. Die allgemein gestiegene Risikofreude gab zudem der zuletzt ins Wanken geratenen KI-Rally neue Nahrung, was sich in Kursgewinnen in Halbleiterwerten zeigte. Dies dürfte auch dem US-Raumfahrtsunternehmen SpaceX zugutekommen, das am Berichtstag seinen lange erwarteten Börsengang bestreiten wird. Für den Rekord-IPO zeichnet sich bereits ein fulminanter Börsenstart ab.

Der US-Dollar, der tendenziell von steigenden Ölpreisen profitiert, kam gegenüber den meisten Währungen zurück. Auch andere Rohstoffwährungen, wie etwa die Norwegische Krone, gerieten unter Druck. Der Goldpreis erholte sich nach der Bekanntgabe Trumps etwas, nachdem er in der Nacht auf Donnerstag noch auf den tiefsten Stand seit November des Vorjahres gefallen war. Ihn hatte zuletzt die Aussicht auf steigende Zinsen belastet, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten der Goldhaltung erhöhen.

spa/mik

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