SpaceX-Börsengang: Anlegervertreter warnt vor "Bruchlandung" / Medienhype könnte zu Überbewertung und Kursverlusten nach Börsengang führen - Öffentliche Wahrnehmung von Musik als Risikofaktor, Warnung vor "Abzocke" bei Kauf über ausländische Broker
Der Interessenverband für Anleger (IVA) mahnt potenzielle Aktionäre vor dem Rekordbörsengang des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Vorsicht. "Medienhype, Prominentenstatus und die Faszination für die Raumfahrt" könnten zu einer Überbewertung der Aktie und in Folge zu einer "Bruchlandung" im Depot führen, warnt Verbandsvorstand Florian Beckermann gegenüber der APA. Außerdem sei ein Kauf für hiesige Anleger nur bei ausländischen Brokern möglich, was höhere Gebühren bedeute.
Das Unternehmen von Elon Musk will mit dem Sprung aufs Börsenparkett am heutigen Freitag 75 Milliarden Dollar (65 Mrd. Euro) und damit den höchsten jemals erzielten Betrag einnehmen. Weltweit bringen sich dafür aktuell Anleger in Stellung, die Nachfrage liegt laut Berichten bei mehr als 250 Mrd. Dollar und übersteigt damit das angestrebte Volumen um ein Vielfaches. Genau darin sehen die Anlegerschützer ein Risiko, zumal die Euphorie an den Märkten Verhaltensmuster wie "Social-Media-getriebene Kaufwellen" oder Spekulationskäufe befeure. "Gerade unerfahrene Anleger laufen hier Gefahr, nahe eines Markthochs einzusteigen und anschließend erhebliche Verluste zu erleiden."
"Ökonomische Schwerkraft" als Bremse
Bei all der Begeisterung wirke immer noch die "ökonomische Schwerkraft", gibt Beckermann zu bedenken. Außerdem verweist der Verband auf den "Risikofaktor" Musk: "Seine Äußerungen, politische Kontroversen, Rechtsstreitigkeiten oder strategische Entscheidungen können erhebliche Auswirkungen auf die Marktstimmung und damit auf den Aktienkurs haben. Anleger würden nicht nur in ein Raumfahrtunternehmen investieren, sondern teilweise auch in seine öffentliche Wahrnehmung."
In Österreich ist das Börsenprospekt nicht zugelassen. Anleger müssen daher auf Drittstaaten und deren Broker ausweichen, wenn sie Aktien von SpaceX erwerben wollen. In der Regel verrechnen diese allerdings entsprechende Zuschläge zum Emissionspreis, womit "Abzocke" nicht auszuschließen sei, hieß es weiter. Darüber hinaus bleibe die Raumfahrt ein "Hochrisikogeschäft", das von Technik, Regulatorik, Unfällen, Geopolitik oder weniger staatlichen Aufträgen abhängig sei. Ein einzelnes schwerwiegendes Ereignis könne hier "Milliardenwerte vernichten und den Aktienkurs massiv belasten".
IVA: Anleger sollen kühlen Kopf bewahren
Anlegerinnen und Anlegern rät der IVA daher, keine Kaufentscheidung allein aufgrund von Medienberichten oder Social-Media-Euphorie zu treffen, Fundamentaldaten zu prüfen und entsprechend realistisch zu bewerten und nur dann zu investieren, wenn ein finanzieller Verlust verkraftbar wäre.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0730-26) tpo/cri
WEB https://www.spacex.com/
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