ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - EZB und Trump belasten nicht
Europas wichtigste Aktienmärkte
haben am Donnerstag durch die Bank zugelegt. Der Schwächeanfall nach
dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) war nicht von
Dauer. Rückenwind kam am Nachmittag zudem von den erholten New
Yorker Märkten. Die Aktienkurse dies- wie jenseits des Atlantiks
trotzten neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den
Iran. Die Ölpreise zeigten sich schwankungsanfällig - zuletzt gaben
sie ein wenig nach.
Der EuroStoxx 50 verabschiedete sich 0,78 Prozent
fester mit 6.056,96 Punkten aus dem Handel. Damit machte der
Eurozonen-Leitindex die Verluste der vergangenen zwei Tage wett. Er
hängt aber weiter in einer engen Handelsspanne fest. Für den vortags
stabilisierten britischen FTSE 100 ging es am
Donnerstag um 0,48 Prozent auf 10.303,88 Punkte bergauf. Der seit
Tagen starke Schweizer SMI gewann weitere 0,49
Prozent auf 13.529,65 Punkte.
Die EZB stemmt sich mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei
Jahren gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die
Anhebung des Einlagenzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent
hatten Volkswirte allerdings schon erwartet. Einige von ihnen
rechnen damit, dass es nicht bei einer Zinserhöhung im laufenden
Jahr bleiben wird. So geht etwa Jörg Krämer von der Cotitelmerzbank
nach der aus seiner Sicht notwendigen aktuellen
Anhebung von einem weiteren Zinsschritt im September aus.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 zählten die Aktien
von Öl- und Gaskonzernen sowie Rohstoffunternehmen
und Versorgern zu den größten
Gewinnern. Medientitel und die als defensiv geltenden
Telekommunikationsaktien lagen hingegen ganz hinten.
Europäische Technologiewerte waren im Kielwasser der
starken US-Tech-Börse Nasdaq gefragt. Hier wie dort zeigte sich
erneut die Divergenz zwischen Software- und Chip-Aktien. Erstere
litten unter negativ aufgenommenen Geschäftszahlen des
US-Branchenvertreters Oracle , der die Anleger mit
einem hohen Investitionsbedarf in Rechenzentren verschreckte.
Dagegen profitierten die vom KI-Boom getriebenen Halbleiter-Papiere
genau davon.
Im EuroStoxx spiegelte sich das im Kursrückgang um 6,6 Prozent von
Schlusslicht SAP sowie dem Anstieg von ASML
um 4,6 Prozent wider. Ähnlich sah die Divergenz bei
Dassault Systemes und STMicro im
französischen Cac 40 aus. In Amsterdam legten zudem
ASM International um 7,4 Prozent auf 973,60 Euro zu.
Für den Branchenausrüster hob die britische Bank Barclays das
Kursziel deutlich an auf nun 1.200 Euro.
Für die Titel von Wizz Air ging es in London um 6
Prozent hoch. Die Airline wies für das abgelaufene Geschäftsjahr
einen Überschuss aus, während man am Markt mit einem Verlust
gerechnet hatte. Auf einen Ausblick verzichtete Wizz Air zunächst
angesichts der vom Iran-Krieg ausgehenden Unsicherheit. Das
Unternehmen versprach jedoch, die Marktverwerfungen zu nutzen, um
das Wachstum voranzubringen./gl/jha/