Kieler Institut bleibt bei Wachstumsprognose für Deutschland 2026
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) bleibt trotz der Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten bei seiner Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft. Die Experten rechnen im laufenden Jahr weiterhin mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent, wie das Institut mitteilte. Für 2027 haben die Experten ihre Prognose aber von zuvor 1,4 auf nun 1,0 Prozent gestutzt.
"Die Folgen des Iran-Kriegs dämpfen die Wirtschaftsleistung", sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. "Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter, was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten wird."
Wirtschaftliche Dynamik gebremst
Laut Sommerprognose des Instituts sorgt einerseits zwar die Finanzpolitik für expansive Impulse, die Folgen des Iran-Krieges bremsen aber die wirtschaftliche Dynamik. Während bislang kaum Anzeichen für eine kräftige Erholung bei Exporten und Unternehmensinvestitionen erkennbar seien, wie sie für frühere Erholungsphasen charakteristisch gewesen seien, dürften vor allem öffentliche Konsum- und Investitionsausgaben anziehen. Dagegen gehen die Experten weiterhin von wenig Investitionen der Wirtschaft und deutlich eingetrübten Beschäftigungsperspektiven aus.
Zwar hätten sich die Exporte der deutschen Wirtschaft zuletzt stabilisiert, schreibt das Institut. Von einer dynamischen Erholung könne nach den Rückgängen der vergangenen Jahre aber nach wie vor keine Rede sein.
"Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich ziehen", sagte der Konjunkturexperte Stefan Kooths. "Gemessen an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden Verteilungskonflikten."/akl/DP/jha
AXC0115 2026-06-11/11:18