DEUTSCHLAND: - LEICHT IM MINUS ERWARTET - Die Gemengelage an den
Finanzmärkten hemmt die Anleger am Donnerstag weiter beim Eingehen
neuer Aktienrisiken. Die wieder zugespitzte Lage in Nahost paart
sich mit weiterhin hinterfragten KI-Bewertungen und hinzukommt die
Aussicht auf steigende Zinsen. Diese Einflüsse sorgen zwei Stunden
vor dem Auftakt dafür, dass der Dax vom Broker IG 0,1
Prozent tiefer auf 24.167 Punkte taxiert wird.Das Minus fällt damit
etwas geringer aus als zwischenzeitlich gedacht. Die Futures in New
York zeigten sich etwas von den Vortagsverlusten erholt und in Asien
schaffen es einige Börsen leicht ins Plus, auch wenn sich der
Nahost-Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe
gefährlich hochschaukelt. Die USA und der Iran haben sich in der
zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen. Laut dem
Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber kaum
jemand an eine langfristige erneute Eskalation. "Alle gehen davon
aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden
Fußball-Weltmeisterschaft als Friedenspräsident inszenieren will",
kommentierte der Experte am Morgen.
USA: - DEUTLICHE VERLUSTE - Die New Yorker Börsen haben am Mittwoch
ihre Verluste im Handelsverlauf sichtbar ausgeweitet. Neue Drohungen
von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran nach gegenseitigen
Angriffen beider Länder belasteten die Stimmung und ließen die
Ölpreise kräftig steigen. Trump zeigte sich unzufrieden mit den
laufenden Verhandlungen und kündigte einen bevorstehenden
neuerlichen Angriff trotz der formal geltenden Waffenruhe an. Zudem
sagte der israelische Verteidigungsminister, der Kampf mit dem Iran
sei "noch lange nicht beendet". Der schon vortags schwache Nasdaq
100 geriet angesichts weiterer Gewinnmitnahmen im
heiß gelaufenen Halbleitersektor zusätzlich unter Druck. Frühe
moderate Gewinne nach Inflationsdaten waren nicht von Dauer: Der
technologielastige Auswahlindex drehte ins Minus und büßte am Ende
1,98 Prozent auf 28.508,03 Punkte ein. Der marktbreite S&P 500
sank letztlich um 1,62 Prozent auf 7.266,99 Punkte.
Für den Leitindex Dow Jones Industrial ging es um
1,87 Prozent auf 49.918,78 Punkte nach unten. Er hatte es am
Dienstag letztlich als einziger großer Index noch knapp in positives
Terrain geschafft.
ASIEN: - NIKKEI UNVERÄNDERT; CSI 300 UND HANG SENG IM MINUS - In
Asien haben sich die wichtigsten Aktienmärkte am Donnerstag
unterschiedlich entwickelt. Während sich der Markt in Japan nach dem
Minus am Vortag stabilisierte, ging es in China weiter nach unten.
Der Hang-Seng-Index der chinesischen
Sonderverwaltungszone Hongkong lag im späten Handel rund ein Prozent
im Minus und steuert damit auf den siebten Verlusttag in Folge zu.
Seit Dienstag vergangener Woche büßte der Index rund 1.900 Punkte
oder 7 Prozent auf 24.136 Punkte ein. Mit einem Jahresminus von
knapp 6 Prozent im bisherigen Jahresverlauf hinkt er den meisten
anderen wichtigen Indizes in Asien und weltweit deutlich hinterher.
Zum Vergleich: Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte trotz einer leichten Korrektur in den
vergangenen Tagen seit Ende 2025 rund 24 Prozent zu. Noch deutlicher
zog der südkoreanische Kospi an. Er kletterte dank der Rally bei
Chipaktien infolge des KI-Booms in den ersten fünfeinhalb Monaten
des Jahres um fast 80 Prozent nach oben.