ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nasdaq leidet unter Halbleiterschwäche
Ein erneuter Schwächeanfall der Halbleitertitel
hat die US-Technologiebörse Nasdaq am Dienstag unter Druck gesetzt.
Marktexperten machten die anstehenden Rekord-Börsengänge als Grund
für die Kursverluste aus.
Mit einem Minus von 1,12 Prozent auf 29.084,50 Punkte schloss der
Auswahlindex Nasdaq 100 aber deutlich über seinem
Tagestief. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg
bedeuteten keine nachhaltige Belastung für die Aktienkurse. Am
Freitag war das Börsenbarometer angesichts wachsender Zinsängste
nach einem soliden US-Arbeitsmarktbericht um 4,8 Prozent abgesackt,
hatte sich seitdem aber wieder deutlich erholt.
Die anderen Indizes hielten sich am Dienstag wie schon zuletzt
deutlich besser. Der marktbreite S&P 500 dämmte mit
7.386,65 Punkten sein Minus auf 0,26 Prozent ein. Für den Leitindex
Dow Jones Industrial ging es letztlich um 0,17
Prozent auf 50.872,11 Punkte hoch.
Dass am Freitag die Weltraumfirma SpaceX und in
absehbarer Zukunft die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI den
Sprung auf das Parkett planen, entzieht den Märkten laut
Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets Liquidität.
Sprich: Die Anleger machen bei gut gelaufenen Titeln etwa im
Halbleitersektor Kasse und planen, ihre Mittel in SpaceX & Co
umzuschichten.
Aus Sicht von Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl dürfte der
Börsengang von SpaceX ebenso wie die Kapitalerhöhung von Google
-Mutter Alphabet und Gerüchte über eine
Kapitalerhöhung bei Meta die KI-Rally auf die Probe
stellen. "Es bleibt zu beobachten, ob durch das enorme zusätzliche
Aktienangebot eine Sättigung der Nachfrage eintreten wird", schrieb
Stanzl. Die Unsicherheit darüber sorge für eine höhere Volatilität,
die wohl anhalten werde.
Etwas Gegenwind für die Börsen kam am Dienstag auch von Trump, der
sagte, die USA müssten auf den iranischen Abschuss eines
amerikanischen Kampfhubschraubers reagieren. Zuletzt hatte es
aufgrund der prekären, aber einigermaßen stabilen Lage im Iran-Krieg
zumindest keinen Dämpfer von dieser Seite gegeben. Die aktuell
kräftig sinkenden Ölpreise stützten indes die Aktienkurse.
Aus dem schwachen Halbleitersektor ragten die Aktien von Marvell
Technology und Arm Holdings mit
Abschlägen von 7,6 und 6,2 Prozent heraus. Hier setzten sich die
Gewinnmitnahmen nach Rekordständen fort. Die Branchengrößen Qualcomm
, Cisco und AMD mussten
Kursverluste von bis zu 5,7 Prozent verkraften, während Nvidia
nur 0,2 Prozent verloren.
Für die Aktien von Applied Digital ging es indes
gegen den Tech-Trend um 2,4 Prozent hoch. Das Neocloud-Unternehmen
vermeldete einen Mindestabnahme-Vertrag mit einem KI-Hyperscaler aus
den USA.
Die Aktien von Nuvalent schnellten um gut 39 Prozent
auf 123,25 Dollar nach oben. Der britische Pharmakonzern GSK
will das US-Biotech-Unternehmen für rund 10,6
Milliarden beziehungsweise 124 Dollar je Aktie übernehmen und damit
sein Krebsgeschäft ausbauen./gl/men