Österreichische Staatsanleihen nach US-Arbeitsmarktdaten tiefer / US-Stellenwachstum überrascht positiv
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Freitag nach überraschend robusten US-Arbeitsmarktdaten nachgegeben. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um 3 Basispunkte auf 3,29 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 26 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,10 Prozent auf 125,48 Punkte.
Die Beschäftigtenzahl in den USA ist im Mai deutlich stärker gestiegen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft legte sie um 172.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 88.000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 93.000 Stellen nach oben revidiert. Die bei 4,3 Prozent verharrende Arbeitslosenquote traf hingegen die Prognosen, ebenso wie das Lohnwachstum mit einer Jahresrate von 3,4 Prozent.
"Die Zahlen weisen auf die solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes hin und so werden die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed in der Tendenz wohl verstärkt", kommentierte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. "Die meisten Fed-Offiziellen dürften sich in ihrer Einschätzung bestätigt sehen, dass der Arbeitsmarkt im Moment das geringere Problem der Notenbank ist", sieht auch Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Er erwartet aber, dass die Notenbanker von Zinsanhebungen absehen werden.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,70 2,67 0,03 3 5 Jahre 2,89 2,86 0,03 13 10 Jahre 3,29 3,26 0,03 26 30 Jahre 3,85 3,83 0,02 27
spa/mik