Aktien Frankfurt: Schwächer - Nahost-Spannungen und neue Zoll-Drohungen
Belastet von zunehmenden Spannungen im
Iran-Krieg und neuen Zolldrohungen der USA ist der deutsche
Aktienmarkt am Mittwoch eingeknickt. Der Dax fiel
unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten um 0,9 Prozent auf
24.889 Zähler. Der MDax mit den mittelgroßen
Börsenunternehmen verlor 0,5 Prozent auf 32.794 Punkte. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,7
Prozent abwärts.
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump
bekräftigte am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem
Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über
einen Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit
Tagen keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch
lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn
der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu.
Zudem drohten die USA 60 Volkswirtschaften neue Zölle an, weil sie
Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht
verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend
überprüften. Demnach müssen unter anderen die Europäische Union
(EU), Großbritannien, Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen
zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.
Im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Bank mit
minus 2,7 Prozent zu den schwächsten Werten und kehrten an ihre
50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend zurück.
Deutsche-Bank-Finanzchef Raja Akram deutete auf einer
Investorenveranstaltung an, dass die Vorsorge für faule Kredite im
zweiten Quartal wohl etwas über den Markterwartungen liegen dürfte.
Angetrieben von starken Ergebnissen des Konkurrenten Inditex
stiegen die Papiere von Zalando um 2,8
Prozent. Seit Februar 2025 stecken sie allerdings im Abwärtstrend.
Insofern könnten sie am Abend im Fokus stehen, wenn die
Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx die künftige Dax-Zusammensetzung
überprüft. Zalando gilt als Abstiegskandidat.
Für die Titel von BASF ging es um 0,9 Prozent nach
unten. Die EU-Kommission genehmigte den Verkauf des Lacke-Geschäfts
des Chemiekonzerns an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen.
BASF rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im Volumen von 7,7
Milliarden Euro zum 30. Juni.
Die Aktien von Redcare Pharmacy schnellten um 7,0
Prozent nach oben. Wie die "Pharmazeutische Zeitung" berichtet,
beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch die vereinbarte
Honorarerhöhung für Apotheken. Ab Juli werde das Fixum nun auf 9
Euro steigen und zum Jahreswechsel auf die im Koalitionsvertrag
vereinbarte Höhe von 9,50 Euro, hieß es.
Die Papiere von Ströer sackten um 3,7 Prozent ab,
nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien von "Neutral"
auf "Sell" abgestuft hatte. Das Verbraucherumfeld in Deutschland
trübe sich ein, was das Geschäft mit Außenwerbung bremsen dürfte,
schrieb Analyst James Tate. Er geht zwar davon aus, dass Ströer
weitere Marktanteile gewinnt, wurde zunächst aber zurückhaltender
für den Geschäftsverlauf.
Dagegen profitierten die Aktien des Chip-Zulieferers Aixtron
von einer positiven Analystenstudie zum
Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und stiegen auf
den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Zuletzt notierten sie 2,7
Prozent im Plus./edh/jha/