Aktien Frankfurt: Nahost-Spannungen drücken Dax unter 25.000
Nach dem freundlichen Vortagesschluss hat der
deutsche Aktienmarkt am Mittwoch den Rückwärtsgang eingelegt. Der
Dax fiel unter die viel beachtete Marke von 25.000
Punkten um 1,1 Prozent auf 24.860 Zähler. Der MDax
mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor 0,7 Prozent auf 32.718
Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging
es um 0,4 Prozent abwärts.
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump
bekräftigte am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem
Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über
einen Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit
Tagen keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch
lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn
der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu.
Im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank ohne
fundamentale Nachrichten mit minus 3,9 Prozent der schwächste Wert
und kehrten an ihre 50-Tage-Linie zurück. Deutsche-Bank-Finanzchef
Raja Akram deutete auf einer Investorenveranstaltung an, dass die
Vorsorge für faule Kredite im zweiten Quartal wohl etwas über den
Markterwartungen liegen dürfte.
Angetrieben von starken Ergebnissen des Konkurrenten Inditex
stiegen die Aktien von Zalando um 1,0
Prozent. Seit Februar 2025 stecken sie allerdings im Abwärtstrend.
Insofern könnten sie am Abend im Fokus stehen, wenn die
Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx die künftige Dax-Zusammensetzung
überprüft. Zalando gilt als Abstiegskandidat.
Für die Titel von BASF ging es um 1,1 Prozent nach
unten. Die EU-Kommission genehmigte den Verkauf des Lacke-Geschäfts
des Chemiekonzerns an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen.
BASF rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im Volumen von 7,7
Milliarden Euro noch in diesem Jahr.
Die Papiere von Ströer sackten um 3,0 Prozent ab,
nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien von "Neutral"
auf "Sell" abgestuft hatte. Das Verbraucherumfeld in Deutschland
trübe sich ein, was das Geschäft mit Außenwerbung bremsen dürfte,
schrieb Analyst James Tate. Er geht zwar davon aus, dass Ströer
weitere Marktanteile gewinnt, wurde zunächst aber zurückhaltender
für den Geschäftsverlauf.
Dagegen profitierten die Aktien des Chip-Zulieferers Aixtron
von einer positiven Analystenstudie zum
Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und stiegen auf
den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Zuletzt notierten sie an der
MDax-Spitze 2,5 Prozent im Plus.
Die Anteilsscheine von Douglas verteuerten sich um
2,9 Prozent. Die Privatbank Berenberg nahm die Bewertung der
Parfümeriekette mit einer Kaufempfehlung auf. Analyst Michael Heider
attestierte dem Unternehmen "schöne Barmittelzuflüsse". Das
Verhältnis zwischen Chancen und Risiken bei der Aktie findet er
reizvoll und die Bewertung attraktiv./edh/jha/