ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Nahost-Spannungen drücken Dax unter 25.000
Nach dem freundlichen Vortagesschluss hat der
deutsche Aktienmarkt am Mittwoch den Rückwärtsgang eingelegt. Der
Dax fiel unter die viel beachtete Marke von 25.000
Punkten um 0,8 Prozent auf 24.921 Zähler. Der MDax
mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor 0,7 Prozent auf 32.727
Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging
es um 0,4 Prozent abwärts.
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Trump bekräftigte
am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran, dass die
Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über einen
Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit Tagen
keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch
lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn
der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu - eher ein
Unsicherheitsfaktor für den Markt.
Davon ungeachtet setzte der japanische Nikkei 225 seine Rekordjagd fort und schloss sich damit weiteren
Höchstständen an der Wall Street an. Die Anleger konzentrierten sich
fast nur noch auf die Chancen des Boomthemas KI und verdrängten eine
zunehmende Anzahl konjunktureller Warnsignale, bemerkte Marktexperte
Stephen Innes. Die Welt, die derzeit auf eine KI-getriebene Zukunft
setze, sei abhängig von endlichen Energieressourcen, fragilen
Handelsrouten und physischer Infrastruktur, die sich nicht einfach
durch Software ersetzen ließen.
Im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank ohne
fundamentale Nachrichten mit minus 3,1 Prozent der schwächste Wert.
Für die Titel von BASF ging es um 1,2 Prozent nach
unten. Die EU-Kommission genehmigte den Verkauf des Lacke-Geschäfts
des Chemiekonzerns an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen.
BASF rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im Volumen von 7,7
Milliarden Euro noch in diesem Jahr.
Die Papiere von Ströer sackten als schwächster
MDax-Wert um 6,2 Prozent ab, nachdem die US-Investmentbank Goldman
Sachs die Aktien von "Neutral" auf "Sell" abgestuft hatte. Das
Verbraucherumfeld in Deutschland trübe sich ein, was das Geschäft
mit Außenwerbung bremsen dürfte, schrieb Analyst James Tate. Er geht
zwar davon aus, dass Ströer weitere Marktanteile gewinnt, wurde
zunächst aber zurückhaltender für den Geschäftsverlauf.
Dagegen profitierten die Aktien des Chip-Zulieferers Aixtron
von einer positiven Analystenstudie zum
Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und stiegen auf
den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Zuletzt notierten sie an der
MDax-Spitze 4,2 Prozent im Plus.
Die Anteilsscheine von Douglas verteuerten sich um
5,0 Prozent. Die Privatbank Berenberg nahm die Bewertung der
Parfümeriekette mit einer Kaufempfehlung auf. Analyst Michael Heider
attestierte dem Unternehmen "schöne Barmittelzuflüsse". Das
Verhältnis zwischen Chancen und Risiken bei der Aktie findet er
reizvoll und die Bewertung attraktiv./edh/men