Europas Aktienmärkte haben trotz der
unklaren Entwicklung im Iran-Konflikt am Dienstag zugelegt. Sie
folgten damit den soliden Vorgaben der US-Börsen. "Anleger setzen
weiterhin auf den KI-Boom, der die großen US-Indizes antreibt",
merkte Analyst Christian Henke vom Broker IG Markets dazu an.
Dahinter trete die unklare Nachrichtenlage zu den Verhandlungen
zwischen den USA und dem Iran etwas zurück.
Am Mittag stand der EuroStoxx 50 0,91 Prozent höher
bei 6.089,99 Punkten. Der britische FTSE 100 zog um
0,31 Prozent auf 10.371,05 Punkte an und wurde damit von den
sinkenden Ölwerten etwas in Zaum gehalten. Für den Züricher SMI
ging es um 0,38 Prozent auf 13.354,62 Punkte nach
oben.
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte. Hier ragten
STMicroelectronics mit über zehn Prozent Anstieg
hervor. Das Management hatte seine Prognose für den Umsatz mit
Rechenzentren in diesem Jahr nahezu verdoppelt und rechnet nun mit
Erlösen von rund einer Milliarde US-Dollar (ca 860 Mio Euro). Zuvor
hatte der Halbleiterhersteller für dieses Geschäft noch einen Betrag
von "deutlich über 500 Millionen US-Dollar" in Aussicht gestellt. Im
Jahr 2027 könnten sich die Einnahmen im Geschäft mit Rechenzentren
sogar noch einmal auf 2 Milliarden verdoppeln, falls das
Nachfragewachstum anhalte.
Ebenfalls über zehn Prozent im Plus lagen Aktien von Prosus
. Sie profitierte damit von den Gewinnen der
Beteiligung an Tencent. Gefragt waren zudem Nokia .
Gute Vorgaben von entsprechenden US-Unternehmen verhalfen dem Wert
zu einem Aufschlag von 6,7 Prozent.
Negativ fiel hingegen die Reaktion auf Aussagen zur
Geschäftsentwicklung von British American Tobacco (BAT)
aus. Der Tabakkonzern hatte im ersten
Geschäftshalbjahr laut vorläufigen Angaben mit neuartigen Produkten
wie etwa E-Zigaretten ein Umsatzwachstum von um die 15 Prozent
erreicht und geht für das Gesamtjahr von einer ähnlichen Entwicklung
aus.
Analysten betonten mit Blick auf das zu Ende gehende erste
Geschäftshalbjahr die unterschiedliche Entwicklung der
Produktkategorien. Mit den herkömmlichen Zigaretten laufe es mäßig,
wogegen das Geschäft mit neueren Produkten gut aussehe, schrieb
James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Die BAT-Aktie gab
um 3,7 Prozent nach./mf/stw