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ROUNDUP 2: Regierende Labour-Partei in Malta nach Wahl vor vierter Amtszeit

(aktualisierte Fassung)

VALLETTA (dpa-AFX) - Die regierende Labour-Partei hat ihren Sieg bei der Parlamentswahl im kleinsten EU-Land Malta erklärt. "Wir haben Geschichte geschrieben, indem wir zum vierten Mal in Folge gewonnen haben", sagte Ministerpräsident Robert Abela in einem TV-Interview, nachdem erste Ergebnisse den Vorsprung seiner Partei vor der konservativen Nationalist Party zeigten. Er wolle Premierminister für alle Bürger Maltas sein.

Oppositionsführer Alex Borg sagte in einer Videobotschaft in den sozialen Medien, er habe Abela angerufen, um seine Niederlage einzugestehen und ihm alles Gute zu wünschen. "Das Volk hat gesprochen, und wir müssen seinen Willen respektieren", erklärte Borg. Dies sei nicht das Ergebnis, das er sich gewünscht habe, aber niemand solle die Stimme für seine Partei bereuen.

Wie groß der Abstand zwischen den beiden Parteien ist, ist noch unklar. Die ersten Ergebnisse basieren auf den Meldungen von Wahlbeobachtern beider Parteien aus der Halle für die Stimmauszählung. Die Auszählung aller Stimmen soll erst im Laufe des Tages abgeschlossen sein, das offizielle Ergebnis auch erst dann feststehen. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei 87,4 Prozent. Sie lag damit leicht höher als bei der letzten Wahl 2022.

Womöglich parteipolitisches Kalkül hinter Neuwahl

Abela (48) hatte Ende April knapp ein Jahr vor Ende der Legislaturperiode Neuwahlen ausgerufen. Er hatte globale geopolitische Sorgen als Begründung dafür genannt und erklärt, seine Regierung brauche ein neues Mandat, um Malta und die Bürger durch eine drohende Energiekrise zu führen.

Beobachter sahen dahinter jedoch eher parteipolitisches Kalkül. Abelas politischer Gegner Borg wurde erst im September vergangenen Jahres zum Chef der Nationalist Party gewählt. Abela dürfte davon ausgegangen sein, dass sich der 30 Jahre alte Borg - Anwalt und Gewinner des Schönheitswettbewerbs Mr. World Malta von 2020 - in der kurzen Zeit kaum profilieren könne.

Im Wahlkampf präsentierte Abela Labour als Partei der wirtschaftlichen Stabilität und Glaubwürdigkeit. Er verwies auf jahrelanges starkes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und das Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit unter seiner Führung. Regierungschef von Malta ist Abela seit 2020. Er ist der Sohn eines früheren Präsidenten. Die Labour-Partei regiert das Land seit 2013.

Wahlkampf von Nationalist Party konzentrierte sich auf Borg

Die Nationalist Party präsentierte sich hingegen als Kraft, die die Infrastruktur des Landes verbessern und Maltas Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften verringern würde. Die Partei stellte Borg als energiegeladenen Politiker dar, der das Land neu ausrichten könne.

Malta ist das am dichtesten besiedelte Land Europas. Trotz der niedrigsten Geburtenrate des Kontinents ist die Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um rund 25 Prozent gewachsen, vor allem durch einen starken Anstieg ausländischer Arbeitskräfte. Dieser Anstieg - in Kombination mit jährlich neuen Rekordzahlen im Tourismus - hat die lokale Infrastruktur belastet und auch einen Bauboom auf der Mittelmeerinsel südlich von Sizilien ausgelöst./bbo/DP/he

AXC0062 2026-05-31/17:35

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