Aktien Frankfurt: Anleger setzen wieder auf verlängerte Waffenruhe im Iran-Krieg
Ein erneuter Hoffnungsschimmer im Iran-Krieg
sowie Rückenwind von den US-Börsen und aus Asien haben dem deutschen
Aktienmarkt am letzten Handelstag im Mai Rückenwind gegeben. Der Dax
stieg gegen Mittag um 0,3 Prozent auf 25.171 Punkte.
Damit steuert der Leitindex auf einen Wochengewinn von rund einem
Prozent zu. Für den als Crash-Monat verrufenen Mai deutet sich ein
Plus von rund dreieinhalb Prozent an. Bis zum Rekordhoch bei 25.507
Punkten vom Januar hat es der Dax nicht mehr weit.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen stieg
am Freitag um 0,8 Prozent auf 33.507 Punkte. Der Nebenwerte-Index
SDax setzte seinen Rekordkurs fort und legte zuletzt
um 1,1 Prozent zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es um 0,7 Prozent nach oben.
Die USA und der Iran nähern sich nach US-Angaben einer Einigung auf
eine Verlängerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Die
Hängepartie ist damit aber noch nicht beendet. Hinsichtlich einer
Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde
aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-Vizepräsident JD
Vance. Eine Zustimmung von Präsident Donald Trump sei noch offen.
Aus Teheran hieß es, eine vorläufige Einigung sei bisher nicht
ausformuliert und dementsprechend auch nicht bestätigt. Die Ölpreise
fielen am Morgen weiter.
Diese neue Entwicklung beruhige die Börsen und lasse die Ölpreise
sowie die Zinsen sinken, bemerkte Marktanalyst Thomas Altmann von QC
Partners. "Dass eine Kompromissfindung hier schwierig und langwierig
sein kann, sollte weiterhin niemanden überraschen. Und so müssen
sich die Börsen trotz der aktuell positiven Nachrichtenlage auch
weiterhin auf erhöhte Schwankungen einstellen", ergänzte der
Experte.
Nach den Entspannungssignalen aus Nahost waren Aktien aus dem
Reisesektor überdurchschnittlich gefragt. So verzeichneten die
Papiere des Touristikkonzerns Tui , der
Fluggesellschaft Lufthansa und des Autovermieters
Sixt Kursgewinne zwischen 3,0 und 4,6 Prozent.
Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim
startete mit Schwung ins Jahr und steigerte Umsatz sowie Gewinn im
ersten Quartal deutlich. Der Vorstand sieht den Konzern und die
beiden Segmente im Rahmen seiner Erwartungen für das Gesamtjahr. Das
Geschäft mit Live Events habe positiv überrascht, kommentierte
Analyst Andreas Riemann von der Investmentbank Oddo BHF. Für die
Aktie ging es an der MDax-Spitze zuletzt um knapp 10 Prozent
aufwärts. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Verlust von
mehr als einem Fünftel zu Buche.
Die Titel des Waferherstellers Siltronic knüpften an
ihren jüngsten Höhenflug an und stiegen mit plus 6,0 Prozent auf den
höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Seit Anfang April, als
noch zeitweise 50 Euro gezahlt wurden, hat sich der Kurs damit
verdoppelt. Siltronic profitieren von der anhaltenden Rally der
US-Technologiewerte, vor allem aus dem Halbleitersektor im Zuge der
massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz und des damit
verbundenen Wafer-Bedarfs. Zudem verwiesen Händler auf positive
Impulse aus Japan, wo die Aktien des Konkurrenten Sumco um 19
Prozent hochgeschnellt waren.
Dagegen setzten sich die Gewinnmitnahmen bei Siemens Energy
fort. Mit einem Minus von 1,9 Prozent war die Aktie
des Energietechnikkonzerns schwächster Dax-Wert.
Die Anteilsscheine von Deutsche Bank , Springer Nature
und Kion werden mit einem
Dividendenabschlag gehandelt./edh/stk