ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Fragile Waffenruhe im Iran
An den europäischen Aktienmärkten
haben die Anleger am Donnerstag wieder zurückhaltender agiert. Denn
die Waffenruhe im Iran-Krieg erscheint brüchig. So hatte das
US-Militär nahe der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus
eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert
wurden. Nur für einen kurzen Ausflug ins Plus sorgte ein Bericht des
US-Nachrichtenportals "Axios", wonach sich US-amerikanische und
iranische Unterhändler auf eine Absichtserklärung zur Verlängerung
des Waffenstillstands geeinigt hätten.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank zu
Handelsschluss um 0,25 Prozent auf 6.055,11 Punkte, nachdem er zur
Wochenmitte noch moderat gestiegen war. Außerhalb der Eurozone
schloss der britische FTSE 100 0,75 Prozent tiefer
bei 10.425,96 Zählern. Der schweizerische SMI verlor
0,9 Prozent auf 13.504,76 Punkte.
An der Spitze der europäischen Branchenübersicht zogen
Technologiewerte um 1,1 Prozent an. Sie profitierten
von positiven Vorgaben aus den USA, wo Geschäftszahlen des
Cloudsoftware-Spezialisten Snowflake die Anleger
euphorisiert hatten.
Gefragt waren in Europa etwa STMicroelectronics mit
einem Anstieg von gut drei Prozent auf fast 60 Euro. Das Analysehaus
Jefferies hatte das Kursziel deutlich von 52 auf 74 Euro angehoben.
Die zyklische Erholung der Auto- und Industriebranchen nehme an
Fahrt auf, schrieb Experte Janardan Menon. Für STMicroelectronics
bedeute dies für das zweite Halbjahr starke Nachfrageaussichten.
Auch Infineon waren gesucht.
Gegen den Trend büßten die Anteilsscheine von Adyen
vier Prozent ein. Bei dem niederländischen Zahlungsdienstleister
hatte der Finanzchef Ethan Tandowsky seinen Rücktritt angekündigt.
Dieser habe zwar maßgeblich zur Einführung neuer Indikatoren für die
Geschäftsentwicklung und zur Verbesserung der Prognosen beigetragen,
schrieb Jefferies-Analyst Hannes Leitner. Zuletzt sei Tandowsky
dennoch von den Investoren stärker in die Pflicht genommen worden.
Rüstungskonzerne stießen europaweit ebenfalls auf Kaufinteresse. Die
Nachrichten zum Iran-Krieg begünstigten die Branchenstimmung. In
Paris waren die Aktien von Thales mit plus 2,7
Prozent begehrt. Für Leonardo in Mailand und BAE
Systems in London ging es um 5,4 beziehungsweise 2,7
Prozent bergauf./la/jha/