Aktien Europa: Leichte Verluste - fragile Waffenruhe im Iran mahnt zur Vorsicht
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Donnerstag leicht nachgegeben. Die fragile Waffenruhe im
Iran-Krieg sorgte für Zurückhaltung. So hatte das US-Militär nahe
der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der
aus Drohnen gesteuert wurden. "Die Waffenruhe zwischen Washington
und Teheran hängt an einem seidenen Faden und kann als mehr als
brüchig bezeichnet werden", stellte Analyst Christian Henke vom
Broker IG Markets fest.
Der EuroStoxx 50 sank am Mittag um 0,1 Prozent auf
6.064,47 Punkte. Außerhalb der Eurozone notierte der britische FTSE
100 0,66 Prozent tiefer mit 10.435,74 Punkten. Der
Schweizer SMI stand ein Prozent im Minus bei
13.492,09 Punkten.
Etwas stärkere Verluste erlitten die Pharmawerte und die Aktien der
Nahrungsmittelproduzenten. Marktteilnehmer sprachen bei den
Branchen-Schwergewichten Nestle , Roche
und Novartis von Gewinnmitnahmen. Die Verluste
bewegten sich zwischen rund 1,5 und 2 Prozent.
Technologiewerte hielten sich dagegen gut. Zum Teil enttäuschende
Nachrichten von Salesforce belasteten den Sektor
kaum. Der US-Softwareanbieter hatte mit seinem Ausblick auf den
Umsatz im laufenden Quartal die Markterwartungen enttäuscht. Aktien
des Wettbewerbers SAP lagen gleichwohl mit 0,5
Prozent im Plus. Lediglich Adyen gaben mit 2,2
Prozent etwas mehr nach.
Gefragt waren STMicroelectronics mit einem Anstieg
von 2,5 Prozent. Das Analysehaus Jefferies hatte das Kursziel
deutlich von 52 auf 74 Euro angehoben. Die zyklische Erholung der
Auto- und Industriebranchen nehme an Fahrt auf, schrieb Analyst
Janardan Menon. Für STMicroelectronics bedeute dies für das zweite
Halbjahr starke Nachfrageaussichten. Auch Infineon
waren gesucht.
Zu den Gewinnern gehörten zudem die Rüstungstitel. Die jüngsten
Nachrichten aus dem Nahen Osten begünstigten die Branchenstimmung.
Rheinmetall kletterten dabei um 4,4 Prozent. Der
Konzern hatte einen Auftrag für mehr als 2.000 militärische
Transportfahrzeuge im Wert von rund einer Milliarde Euro
gemeldet./mf/jha/