Wiener Börse (Mittag) - ATX nach Vortagesrekord knapp im Minus / Gewinnmitnahmen belasten Europas Börsen nach Vortagesrally
Die Wiener Börse hat am Dienstagvormittag nachgegeben. Der ATX fiel bis gegen 12.15 Uhr um 0,27 Prozent auf 6.131,46 Punkte. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 0,26 Prozent auf 3.028,90 Zähler. Auch an den meisten anderen Börsen in Europa ging es leicht nach unten. Marktbeobachter sprachen von Gewinnmitnahmen nach der Kursrally zum Wochenstart.
Die Hoffnung auf eine Lösung des Iran-Konflikts hatte die Börsen am Montag noch angetrieben. Zuletzt wuchsen aber wieder Zweifel an einer schnellen Einigung. Die damit verbundenen Ölpreisanstiege heizten auch wieder die Inflationsängste an.
Zudem hatten neue US-Angriffe gegen Ziele im Iran die Hoffnung auf ein rasches Ende des Kriegs gedämpft. Auch hat US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag Reportern in Indien gesagt, dass die Verhandlungen noch "einige Tage in Anspruch nehmen" könnten. Derzeit würden beide Seiten über den Wortlaut eines ersten Dokuments beraten.
Die größten Verlierer im ATX waren zu Mittag VIG und DO&CO mit Verlusten von 2,6 bzw. 1,3 Prozent. Die größten Gewinner im Index waren SBO mit einem Plus von 1,1 Prozent. Verbund-Aktien stiegen trotz einer Verkaufsempfehlung um 0,8 Prozent auf 60,00 Euro. Die Analysten von Deutsche Bank Research haben zuletzt ihre Empfehlung "Sell" und ihr Kursziel von 55 Euro für die Aktie des heimischen Verbund bestätigt.
Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S litten im Frühhandel unter Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Höhenflug, konnten ihr Minus aber bis zu Mittag aufholen und notierten zuletzt unverändert zum Vortag bei 144,00 Euro. AT&S-Aktien hatten in den vergangenen Tagen von der guten Stimmung für Halbleiterwerte und einigen Kurszielanhebungen profitiert und mehr als ein Drittel gewonnen. Seit Jahresbeginn haben die Titel ihren Wert damit schon mehr als vervierfacht.
Impulse für die Börsen könnten noch die am Nachmittag anstehenden Daten zum US-Verbrauchervertrauen bringen. Die Analysten der Helaba werten die Vorgaben für die Daten negativ. So sind die Benzinpreise in Folge des Iran-Krieges weiter gestiegen. "In der Regel drückt dies auf das Gemüt der US-Verbraucher, zumal der US-Präsident immer wieder eine Verringerung der Teuerung versprochen hatte", schreiben die Helaba-Experten in ihrem Tagesausblick.
mik/ste
ISIN AT0000999982