ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - Weiter Optimismus mit Blick auf Iran
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Freitag im Einklang mit den freundlichen US-Börsen fester
geschlossen. Dies- wie jenseits des Atlantiks blieben die Anleger
mit Blick auf eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg optimistisch.
Der vortags schwächelnde EuroStoxx 50 legte mit einem
Plus von 0,99 Prozent auf 6.019,45 Punkte besonders deutlich zu. Auf
Wochensicht stieg der Leitindex der Eurozone damit um 3,3 Prozent.
Beim Londoner FTSE 100 reichte es am Freitag nur für
einen Anstieg um 0,22 Prozent auf 10.466,26 Punkte. Dem Züricher SMI
erging es mit einem Plus von 0,42 Prozent auf
13.503,21 Punkte etwas besser. Beide Indizes waren bereits am
Donnerstag ein wenig gestiegen.
"Die vorherrschende geopolitische Einschätzung der
Finanzmarktteilnehmer lautet bislang, dass die Lieferketten
wiederhergestellt sein würden, bevor eine physische
Angebotsknappheit einsetzen würde", kommentierte Ulrich Kater,
Chefvolkswirt der Dekabank. In der abgelaufenen Handelswoche hätten
die Investoren von dieser Zuversicht noch nicht abgelassen.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 überwogen klar die Gewinner. Mit
Abstand am besten schlugen sich die Technologiewerte
im Kielwasser der starken US-Tech-Börse Nasdaq. "Die Themen
Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter bleiben die maßgeblichen
Zugpferde", schrieb Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC
Markets. In Europa zählten Aktien des Halbleiterausrüsters ASML
und des Chipherstellers STMicroelectronics
mit Aufschlägen von 4,7 und 5,2 Prozent zu den
größten Gewinnern.
Gefragt waren auch Titel aus den Branchen Telekommunikation
, Tourismus und Industrie
.
Einziger klarer Verlierer war hingegen der Subindex der Öl- und
Gaskonzerne . Nach Ansicht von Ricardo Evangelista,
Analyst beim Broker Activtrades, dokumentierte das die Hoffnung,
dass sich doch noch ein Weg für eine Normalisierung der Lage im
persischen Golf und der Öllieferungen aus der Region findet.
Bei Richemont stand nach zeitweisen Gewinnen ein
Minus von 0,6 Prozent zu Buche. Der Schmuck- und Uhrenkonzern hatte
im Ende März abgelaufenen abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz
etwas gesteigert. Er profitierte vor allem vom Schmuckgeschäft,
während der Uhrenverkauf weiter schwächelte. Zudem kündigte
Richemont ein neues Programm zum Rückkauf von bis zu 10 Millionen
'A'-Aktien ab dem 26. Mai an. Marktteilnehmer bemängelten allerdings
die relativ vagen Aussagen des Managements zur weiteren
Entwicklung./gl/he